N°2 | Wirklichkeit

Rubrik | N > E > B > E

Im Zuge meines eingeschlagenen Weges der letzten Jahre, veränderte sich merklich meine Sichtweise auf unterschiedlichste Situationen, menschliche Verhaltensweisen und Meinungen. Was glücklicherweise ein beständiger und kein finaler Prozess bleibt.

Ich fing zusehends an, mich in bestimmten Erregungszuständen zu ertappen. Das heißt, meine automatisierten Reaktionen auf äußere Reize wahrzunehmen, innerlich durchzuatmen und diese zu hinterfragen.

Diese Errungenschaft gestaltet Tag für Tag die Veränderung meiner Haltung, was mich stets neugierig bleiben lässt – auf das, was anders sein könnte, wenn ich es aus einer alternativen Perspektive her betrachten würde.

Oft agieren und reagieren wir…

… aus unseren verinnerlichten basalen Überzeugungen und geglaubten Wahrheiten heraus. Mal sind sie hilfreich, mal hinderlich.

Dabei können wir durch die Beobachtung unseres Selbst viele Erkenntnisse gewinnen, die sich bereichernd auf unser Denken und unser Verhalten auswirken können. Dabei sind es unsere selbsterzeugten Bilder, die uns blitzschnell spekulieren lassen um zu reagieren und zu entscheiden, wie wir uns verhalten.

> Neugierde >

Vor diesem Hintergrund gelingt es mir zuweilen das „Ertappen“ dafür zu nutzen, meine im jeweiligen Moment entworfene Realität und das aus ihr resultierende individuelle Bild zu hinterfragen. Die Gedanken, die Emotionen und das entsprechende Verhalten auf ihre Angemessenheit hin zu überprüfen.

| Ist das, was ich gerade wahrnehme wirklich so, wie es auf den ersten Blick scheint?

| Wie würde das Gehörte und Gesehene auf mich wirken, wenn ich die Perspektive verändern würde?

| Wie kann ich das Bild, das ich gerade betrachte und gleichzeitig gestalte, anders beschreiben, denken und interpretieren?

> Entdeckung >

Natürlich ist es schwierig mir in einer akuten Situation diese Fragen zu stellen – vor allem, wenn eine Reaktion bereits erfolgt ist. Gleichzeitig habe ich im Nachklang die Möglichkeit zu reflektieren sowie mir alternative Gestaltungsvarianten vorzustellen.

Ich entdecke neue Farbnuancen, …

… mit denen ich meine vorgefertigten verinnerlichten Skizzen aus- oder übermalen kann, wenn ich mich in einem ähnlichen Kontext befinden sollte. Zuvor gesehenes:

Feuerrot wird zu Flamingo | Orange zu Sonnengelb | Bordeaux zu Orchidee.

Oder ich stöbere wertvollere Rahmen auf, durch die mein erschaffenes Kunstwerk einen ganz neuen Ausdruck erhält.

Abgesehen davon fällt mir auf, dass ich aus einer gewissen Distanz heraus meinen Blickwinkel erweitern kann, sodass das Gesamte und nicht nur ein Ausschnitt davon erkennbar wird. Das gesamte Abbild meiner individuellen Wahrnehmung, die stets wandelbar bleibt.

> Bewusstheit >

Im Zuge meiner Überlegungen wächst die Bereitschaft in mir zu erkennen, dass meine zunächst geglaubte Wirklichkeit auch anders konstruiert werden kann.

Das affektiv entworfene Gebilde ist nicht in Stein gemeißelt oder ein perfekt arrangiertes Gemälde, das unantastbar ist. Wenn ich offen und neugierig bleibe, werde ich mich ermutigt und angeregt an Experimente wagen, die Wertvolles entstehen lassen können.

Je häufiger ich das Wagnis der Bildumgestaltung eingehe, …

… desto bewusster wird mir die Wandelbarkeit der Wahrheit. Die dadurch zum Vorschein kommenden Perspektiven erweitern meine Denkweisen und Handlungsmöglichkeiten, um meine Wirklichkeit lebendig und wohlwollend zu prägen.

> Entwicklung >

Diese Entwicklung ist ein fortandauernder Prozess.

Ich werde bestimmte Skizzen und Kunstdrucke, die in meiner Gehirn-Galerie ihren Platz haben, nicht einfach abhängen können. Gleichzeitig darf ich diese zunächst betrachten und bestenfalls ein neugeschaffenes Werk als eine ergänzende Alternative dazu hängen.

Damit ermögliche ich mir, unterschiedliche Optionen im Blick zu behalten.

Viel Freude beim betrachten deiner Wirklichkeiten!

Markus

| Bleibe neugierig, um zu entdecken!

| Sei offen für Entdeckungen, um dir der Vielfalt der Möglichkeiten bewusst zu werden, die deine Entwicklung bereichern können!

| Werde aus deiner Entwicklung heraus wieder neugierig auf Neues!

PS: Feedback ist mir wertvoll, daher freue ich mich über deinen Kommentar. Kontaktiere mich gerne, wenn du Fragen an mich hast oder ich dich bei einem Anliegen unterstützen darf.

[Kontakt]

N°1 | Stille

Rubrik | N > E > B > E

Eines Tages betrat ich einen kleinen Buchladen, in dem ich mich Ziel frei umschaute. Meine Aufmerksamkeit erregten zwei Bücher, die nicht auf Bestseller-Listen auftraten und unscheinbar wirkten. Spontan kaufte ich diese, wobei eins von denen unterschiedliche Perspektiven der Stille beleuchtete. Das interessierte Lesen der kurzen Kapitel weckte meine Neugier.

> Neugierde >

Seitdem stelle ich mir diesbezüglich öfters die Fragen:

| Was verbinde ich mit Stille?

| Was bedeutet sie für mich?

| Wie fühlt sie sich für mich an?

| Wo finde ich sie?

| Wann sollte ich nach ihr suchen?

Durch das Buch angeregte Gedanken sowie die Suche nach meinen persönlichen Antworten motivieren mich immer wieder auf Entdeckungstour zu gehen.

> Entdeckung >

Mir fällt auf, dass es für gewöhnlich zwei vereinfachte Sichtweisen gibt, mit denen wir uns diesem Thema nähern.

Je nach…

… Situation, Stimmung und Überzeugung wird die Betrachtung in dunkle Töne eingefärbt. Somit erscheint uns das Bild eher negativ, befremdlich oder gar bedrohlich. Dann assoziieren wir mit Stille eher:

Stillstand | Unbehagen | Unsicherheit | weg-haben-wollen | oder auch Angst.

Vielleicht liegt es an den Lauten, die wir aus unserem Innern vernehmen. Oder wir ängstigen uns vor dem Entzug der Bewegung und Ablenkung, die uns oft eine vermeintliche Sicherheit suggerieren, da das Ausblenden leichter fällt. Dies gibt uns das Gefühl sich spüren zu können durch äußere Reize und Einflüsse. Womöglich ist uns Stille einfach nur fremd geworden, durch:

den schnellen Alltag | die Gier nach dem „Mehr“ oder dem „Besser“ | die ständige Verfügbarkeit von Ablenkung | das Getriebensein | die Lautstärke all der Möglichkeiten | das Gefühl Nichts-verpassen-zu-dürfen | das Fehlen von etwas, von dem wir nicht wissen, was es ist oder sein könnte.

Die hellen Farben dagegen…

… haben das Potenzial uns positiv, wohlig und gut aufgehoben zu fühlen. Dann verbinden wir mit dem abstrakten Aquarell eher:

Ruhe | Angenommensein | Getragenwerden | Gehaltensein | Sicherheit | Verbundenheit mit sich oder mit etwas „Großem“ | sich spüren können und wollen | etwas annehmen wollen.

Dabei ist entscheidend, dass wir all die Aspekte der persönlichen Vorstellung sehen und sammeln – unabhängig von deren Färbung. Sie alle gehören zu unserer Sicht, was sie sehr wohl dürfen, um unsere individuelle Vielfalt zu erweitern.

Es ist wichtig neben dem Bunten auch die Grautöne als einzelne Teile des gesamten Bildes zu erkennen, sowie mutiger hinter die erste Wahrnehmung zu blicken, die uns zunächst offensichtlich erscheint.

Die unterdessen gesammelten Entdeckungen bilden die Basis für die Bewusstwerdung dessen, was die unterschiedlichen Betrachtungsweisen bei und in uns bewirken.

> Bewusstheit >

Ich stelle fest, dass mein Aquarell der Stille in vielen sanften Färbungen erscheint.

Ihre wechselnden Antlitze lassen mich des Öfteren über ihre Wertigkeit staunen. Was ich persönlich mit ihr verbinde und welche Bedeutung sie für mich hat, möchte ich beschreiben als:

Raum für mich & den Augenblick | Losgelöstheit von Zeit & Zwängen | Fokussierung auf Einzelheiten meiner Umgebung, sowie der momentanen körperlichen & sinnlichen Wahrnehmung | Durchatmen & Loslassen | Wertschätzung ihrer Präsenz | Annahme dessen, was gerade ist | Gelassenheit & Genuss | Freude | Spüren meines Urvertrauens.

In diesen besonderen Momenten nehmen meine Sinne eine gewisse Klarheit wahr, die sich sonst hinter einem Filter verbirgt. Jene Augenblicke ermöglichen mir – mich zu spüren, klarer zu sehen, in mich hineinzuhören, sowie meinen Ideen und Impulsen nachzusinnen.

Dann wird mir bewusst, wie …

… lebendig sich meine Umwelten anfühlen | aufmerksam ich meinem Inneren zuhören kann | belanglos oder verzichtbar manches ist | sich meine Priorisierung verändert | kreativ ich in ihr sein kann und darf | nützlich und wertvoll das Innehalten ist | belebend eine lautlose Reflektion sein kann | viele Ressourcen ich in mir berge | stark ich mich entfalten kann

…, wenn ich es erkenne und wertschätze.

> Entwicklung >

Ich bin mehr, als die Fassade, die meinen Kern umhüllt und zu schützen versucht – obwohl keine reale Gefahr von außen droht.

Ich lasse mich gerne auf die innere oder äußere Stille ein, um mit mir in Verbindung zu kommen, sowie meinen Fragen und Antworten Raum zu geben.

Ich schätze die Kraft, die sie innehat und mich bei meiner Entfaltung unterstützt.

Ich bin selbstbewusst und handlungsfähig, wenn ich klarer sehe.

Ich nutze diese Quelle, die mich auf meinem Weg nähren darf.

Viel Freude beim Entdecken!

Markus

| Bleibe neugierig, um zu entdecken!

| Sei offen für Entdeckungen, um dir der Vielfalt der Möglichkeiten bewusst zu werden, die deine Entwicklung bereichern können!

| Werde aus deiner Entwicklung heraus wieder neugierig auf Neues!

PS: Feedback ist mir wertvoll, daher freue ich mich über deinen Kommentar. Kontaktiere mich gerne, wenn du Fragen an mich hast oder ich dich bei einem Anliegen unterstützen darf.

[Kontakt]

Vorwort zur neuen Rubrik

Rubrik | N > E > B > E

In dieser neuen Rubrik werde ich reflektierend auf Fragen eingehen, die mich zum jeweiligen Zeitpunkt gedanklich oder emotional beschäftigen. Ich betrachte es als ein Experiment, dessen Ausgang oder Ausklang unbestimmt ist und offenbleiben darf.

Meine Beobachtungen und deren Vielschichtigkeit dürfen mich persönlich dabei unterstützen, andere/neue Perspektiven einzunehmen.

Beim Schreiben werde ich mich mit den auftauchenden Themen auseinandersetzen, in der Hoffnung Entdeckungen machen zu dürfen, auf die ich ohne meine Neugierde womöglich verzichten müsste.

Als unterstützendes Instrument für meine „interne“ Auseinandersetzungen werde ich auf die vier Leitbegriffe zurückgreifen, die ich auf meiner Seite „www.auf-dem-weg.koeln“ skizziere:

Neugierde > Entdeckung > Bewusstheit > Entwicklung

Diese Orientierungshilfe soll mich dabei unterstützen, die schrittweise Reflektion anschaulich und begreifbar vornehmen zu können – für mich & für meine Leser.

Ich freue mich auf mögliche Entdeckungen sowie eine neuartige Bewusstheit, durch die ich meine Wahrnehmung schärfen und Klarheit erlangen kann.

Da mir das Anregen und Bewegen am Herzen liegt, möchte ich durch meine Beiträge den einen oder anderen Impuls geben, der dich oder andere Leser animiert.

Wir begegnen auf unseren individuellen Wegen nicht nur zahlreichen Menschen, sondern auch unendlich vielen Wirklichkeiten und Wahrheiten. Diese dürfen wir als ähnlich oder auch konträr bezeichnen – gleichzeitig als einzigartig annehmen.

Wenn wir die neutrale Sichtweise wählen, werden uns neue Farbnuancen zur Verfügung stehen, mit denen wir dann weitermalen und gestalten können. Welche alternativen Bilder dabei entstehen mögen, wird sich im Entwicklungsprozess zeigen.

Ich wünsche dir und mir gleichermaßen viel Freude auf den Entdeckungstouren, beim differenzierten Beobachten sowie beim nuancierten „Malen“ persönlicher Bilder.

Bleibe neugierig!

Markus