N°5 | Kokon

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Unter einem Post las ich einen Satz, der mich zum Nachdenken anregte:

„Wir leben nach den Grenzen, die wir uns selbst setzen.“

Unter den Kommentaren fand ich eine Frage, die mich noch neugieriger machte:

„Ist eine Grenze denn ein Hindernis oder vielleicht sogar ein Schutz?“

Angeregt überlegte ich, was diese Sätze in mir auslösen und nahm das Angebot zur Selbstreflektion dankbar an.

| Sind es Grenzen, die ich mir selbst setze, nach denen ich lebe?

| Wie interpretiere ich persönlich vermeintlich selbstgesetzte Grenzen?

Da ich mich nicht mit meinen spontanen Ideen diesbezüglich zufriedengeben wollte, verweilte ich in diesem Zustand des Sortierens. Die Frage nach dem „Hindernis oder Schutz“ wurde zu dem Schatz, den ich in meinen Gedanken bergen wollte.

Schließlich verfasste ich diesen Kommentar, als reflektiven Beitrag:

„Ist es nicht so, …

… dass wir nach den individuellen Bedürfnissen leben, die wir uns zum jeweiligen Zeitpunkt zu erfüllen versuchen? Wenn der Grund fürs Nichthandeln / Nichterfüllung für uns Schutz und somit Sicherheit bedeutet, dann dürfen wir uns fragen:

| Was kann / würde mir ausreichend Schutz geben, um handlungsfähig sein zu können (in diesem Kontext, ähnlichen Situationen oder Phasen)?“

Gleichzeitig wurde mir bewusst, …

… wie bereichernd Selbstreflektion ist, wenn wir sie praktizieren. Sich nicht mit den erstbesten Antworten zufrieden zu geben, die wir uns oft reflexartig geben, heißt, sich selbst neugierig zu begegnen.

Die Überzeugung uns selbst zu kennen, ist oft von einem seidigen Kokon umhüllt. Womöglich fühlen wir uns sicherer, wenn wir das Selbstgesponnene als „Es ist so!“ akzeptieren und passiv bleiben. Aktiv einzelne Fäden in die Hand zu nehmen, sie aufzuwickeln und neuzudenken, könnte zur Entstehung eines neugeformten Kokons beitragen.

Nur wenn wir Alternativen zulassen, werden wir vergleichen können, womit wir uns wirklich besser fühlen. Der Reiz des Lebendigen liegt in der Neugier und der Offenheit zu gestalten.

Entwicklung wird lediglich durch Reflektion denkbar, …

… sodass ich dankbar für die unzähligen Impulse bin, die mir täglich begegnen. Ich bleibe offen dem gegenüber, was mich im Innern sticht oder kitzelt – beides ist lebendig.

Hoffentlich kann ich dann einen der Fäden aufgreifen und neuspinnen, um den Innenraum des schützenden Gebildes zu vergrößern und mich zu entwickeln. Irgendwann schaffe ich es möglicherweise Spielräume zwischen dem Gesponnen zu integrieren, durch die ich ins Außen blicken werde, um die Weite des Horizonts wahrnehmen zu können.

Ich bin der Designer…

… meines Kokons und bestimme, wieviel Raum ich brauche, um mir den Weitblick zu schaffen, die Sicherheit zu spüren sowie meine Selbstbewusstheit zu gestalten.

Selbstreflektion stärkt die wertvolle Verbindung zu mir selbst.

Mit sich verbunden zu sein, bedeutet zu vertrauen.

| Wie sieht dein Kokon aus?

| Welche selbstgesetzte Grenzen möchtest du neudenken, um deinen Weitblick zu schärfen?

| Was würdest du gerne verändern, um deine Selbstbewusstheit anders zu gestalten?

Viel Freude beim Spinnen!

Markus

| Bleibe neugierig, um zu entdecken!

| Sei offen für Entdeckungen, um dir der Vielfalt der Möglichkeiten bewusst zu werden, die deine Entwicklung bereichern können!

| Werde aus deiner Entwicklung heraus wieder neugierig auf Neues!

PS: Feedback ist mir wertvoll, daher freue ich mich über deinen Kommentar. Kontaktiere mich gerne, wenn du Fragen an mich hast oder ich dich bei einem Anliegen unterstützen darf.

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