N°4 | Ich muss …!

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Ich habe keine andere Wahl, als Tag für Tag diesem Pfad zu folgen, zu klettern und zu kriechen um weiterzukommen. Die Last meines vollgepackten Rucksacks lastet immer schwerer auf meinen Schultern.

Je weiter ich in die Unhöhen vordringe, desto stärker wird der Druck, den ich auf meiner Brust spüre. Das Atmen fällt mir zusehends schwerer und die Ruhepausen, die ich mir gönne, erscheinen mir viel zu kurz. Ich muss weiter!

Der Nebel wird zu meinem ständigen Begleiter und zwingt mich noch intensiver auf diesen verdammten Weg zu achten. Neben dem Druck brennt allmählich auch die unsägliche Sehnsucht in meinem Innern – nach dem Gipfel, dem Ende der Tortur, der Erlösung am Ziel.

Ich stolpere und bleibe kraftlos liegen – leer, entmutigt, bereit aufzugeben. Mein Körper zwingt mich zur Ruhe und ich falle ungewollt in einen unruhigen Schlaf, der meine letzten Reserven angreift.

Im Traum…

… wird mir ein Berg vor die Füße gesetzt, der immer höher und gewaltiger wird. Ich gehe los, nehme jede Strapaze auf mich um diesen zu bezwingen.

Mein Weg ist vorbestimmt! Ich muss es schaffen und darf nicht aufgeben!“, sage ich mir immer und immer wieder, um all meine Kräfte zu mobilisieren. Ohne zu hinterfragen laufe ich weiter, schreite und schleppe mich schließlich von Stein zu Stein.

Einige Trampelpfade lasse ich dabei mal links und mal rechts von mir liegen – ich sehe sie, jedoch nehme ich diese nicht wirklich wahr. „Konzentriere dich auf deine Mission, die du erfüllen musst!“, ermahne ich mich immer wieder.

Ich spüre die kalten Schweißperlen am ganzen Körper, möchte alles um mich herum anschreien und zum Teufel wünschen – hätte ich die Kraft dazu. Im selben Moment wache ich benommen von den Strapazen des Traums auf.

Zurück in der Realität:

| Frische, kühle und duftende Luft dringt in meine Nase

| Helles Licht blendet meine Augen, die sich zaghaft an seine Intensität gewöhnen.

| Gleichzeitig flutet eine sanfte Geräuschwelle meine Ohren – unzählige Töne der vielfältigen Insekten und Vögel, des lebendigen Treibens um mich herum und das leise Wehen der Brise.

> Neugierde >

Was passiert gerade mit und in mir?

Meine Sinne nehmen gerade allerhand Reize von außen wahr. Ich spüre, wie die Sortiermaschine in mir arbeitet um Klarheit zu erzeugen. Das Kribbeln in meinen Händen und Füßen fühlt sich belebend an. Es fließt und durchströmt meinen gesamten Körper.

Was ist gerade anders als noch vor meinem Sturz?

> Entdeckung >

Ich sehe, was mich in diesem Augenblick umgibt. Ein Meer aus Farben, Formen und Bewegungen.

Ich höre die melodische Stille. Ein Konzert aus Klängen, Tönen und Schwingungen.

Ich rieche den Moment. Eine Komposition aus luftiger Frische, blumigen Noten und erdiger Basis.

Ich spüre mich.

> Bewusstheit >

Meine ausufernde Getriebenheit, mein Glaube an das Müssen und meine Überzeugung über die Vorbestimmung meines Weges – sie alle sind gewesen.

An ihrer Stelle…

… kehren gerade Ruhe und Gelassenheit ein. Der Wunsch danach „zu dürfen“, zeichnet ein Lächeln auf meine Lippen. Die Vorstellung, dass meine Landkarte viele Wege und Pfade bereithält, die gegangen werden können, erfüllt mich mit Leichtigkeit.

Gleichzeitig empfinde ich Dankbarkeit – für das Stolpern und den Fall, die mir diesen wertvollen Atemzug ermöglicht haben und ich mich wieder mit mir verbunden fühle.

> Entwicklung >

Ich stehe auf und setze meinen Weg beflügelt fort. Nach wenigen Schritten bleibe ich hinter einer Biegung erschrocken stehen. „Es geht nicht weiter, außer ich springe“, sage ich entgeistert zu mir.

„Nein, …

… ich kehre um und halte Ausschau nach weiteren Wegen oder Pfaden, für die ich mich entscheiden kann!

Wer weiß, was mir auf diesen begegnet und was ich entdecken werde?

Ich vertraue auf mich.“

Diese Geschichte kann synonym für eine Vielzahl unserer individuellen Denk- und Verhaltensweisen stehen.

| Wie siehst du deinen persönlichen Weg im Moment?

| Wenn du schon einmal gestolpert oder gefallen bist, was hat dir geholfen wieder aufzustehen?

| Wie würdest du deine Verbindung zu dir selbst beschreiben?

| Was stärkt dein Vertrauen in dich und deine Möglichkeiten?

Viel Freude beim Stolpern!

Markus

| Bleibe neugierig, um zu entdecken!

| Sei offen für Entdeckungen, um dir der Vielfalt der Möglichkeiten bewusst zu werden, die deine Entwicklung bereichern können!

| Werde aus deiner Entwicklung heraus wieder neugierig auf Neues!

PS: Feedback ist mir wertvoll, daher freue ich mich über deinen Kommentar. Kontaktiere mich gerne, wenn du Fragen an mich hast oder ich dich bei einem Anliegen unterstützen darf.

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2 Gedanken zu „N°4 | Ich muss …!“

  1. Lieber Markus , Ich bin sehr angetan von diesem schönen Beitrag und kann mich sehr damit identifizieren! Weiter so und ich freue mich auf mehr interessante Erfahrungen und Tipps!

    Liebe Grüße

    Nicolas B.

    1. Lieber Nicolas,
      vielen lieben Dank für deine Wertschätzung.
      Es freut mich, dass diesen Beitrag als eine interessante Erfahrung wahrnimmst und dich gleichzeitig damit identifizieren kannst.

      Lieben Gruß & bleibe neugierig

      Markus

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