N°3 | Ungewohntes

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Eines Tages letzte Woche befand ich mich auf dem Weg zur Arbeit. Der übliche Morgen in der Innenstadt – ein noch verhaltenes Treiben mit vereinzelten Menschen, Lieferanten und öffnenden Geschäften ließ alles alltäglich erscheinen.

Meine Augen nahmen die Sonnenstrahlen und das Blau des klaren Himmels wahr. In meine Nase drang kühlfrische Morgenluft. Die noch sanfte Geräuschkulisse ließ mich an der steinernen Umgebung zweifeln und doch befand ich mich mittendrin.

Plötzlich vernahm ich einen ungewohnten Laut, für diesen Ort gar surrealen Klang.

Ein Bussard drehte kreischend eine Runde tief über den Gebäuden und ließ sich majestätisch auf einer Dachantenne nieder. Von dort hatte er anscheinend einen angemessenen Überblick über sein Umfeld.

> Neugierde >

Dieses von der gewohnten Szenerie scheinbar abweichende Geräusch weckte die Neugier in mir. Fragen kamen in mir auf:

| Darf doch sein, was nicht sein kann oder dem üblichen Bild nicht entspricht?

| Was löst diese Irritation in mir aus?

| Welchen Effekt hat dieses plötzliche Herausreißen aus dem üblichen Gedankentrott?

> Entdeckung >

Ich entdeckte die Schönheit des Unwirklichen und fühlte mich etwas beschwingt. Ja, eine gewisse Leichtigkeit und Zuversicht kam in mir auf.

Irritationen…

… haben die Fähigkeit gewohnte Denkmuster und Verhaltenskreisläufe zu unterbrechen. Sie reißen uns aus dem heraus, was wir als selbstverständlich oder als „das Wahre“ ansehen.

Ein Geräusch oder ein Bild kann genauso ein Auslöser sein, wie:

Aussagen | einzelne Worte | Verhaltensweisen | Geschehnisse | oder Gedankenblitze.

Es gilt, sich auf diese einzulassen, auch wenn sie augenscheinlich nicht ins so toll gemalte Bild zu passen scheinen.

> Bewusstheit >

An dem beschriebenen Morgen drang die Erkenntnis in mein Bewusstsein, dass es sich lohnt meinen Sinnen wieder mehr Vertrauen zu schenken. Das wahrgenommene nicht zu voreilig abzutun oder wegzudrängen, nur damit meine Bilder und Wahrheiten unverändert aufrechterhalten werden können.

Es ist nicht gefährlich, …

… Impulse zuzulassen oder Alternativen in meinen Denkmustern einen Platz frei zu halten. Es sind stehts die individuell ausgeschmückten Vorstellungen und die eigenen Interpretationen, die meine gewohnten Sichtweisen bestärken oder eben in Frage stellen.

In diesem Fall, ist es der Natur ziemlich egal, welcher Überzeugung ich bin oder bis dato war – sie probiert aus und lässt es auf den Versuch ankommen. Die Entwicklung dieses Experiments „Bussard in der Großstadt“ kann in unterschiedliche Richtungen verlaufen.

> Entwicklung >

Jede Anregung hat ihre Zeit, …

… um sich als solche zu entpuppen. Gewohntes gibt uns ein Gefühl von Sicherheit in unserem Kokon, den wir so mühsam gesponnen haben. Wir sind oft so sehr damit beschäftigt, seine Form aufrecht zu erhalten und den Schein seiner für uns perfekten Form zu wahren, dass wir den Schlüpf-Prozess hinauszögern oder gar verpassen.

Unsere Gedanken kreisen über das erhoffte gedachte Antlitz des Resultats, während wir uns immer gemütlicher und wohliger in dem seidigen Gebilde einrichten. Schade, dass uns dann die mögliche Pracht der Farben und Formen der Schmetterlingsflügel verborgen bleibt, die ihn aufsteigen lassen könnten, um seine Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

| An welchen ungewohnten Impuls erinnerst du dich, der dir half dich zu entpuppen?

| Welche Flügel wünschst du dir, damit du dich selbst oder dein Umfeld anders wahrnehmen kannst als bis her?

| Wie ungewohnt darf etwas erscheinen, damit du neugierig darauf wirst?

Viel Freude beim Entdecken!

Markus

| Bleibe neugierig, um zu entdecken!

| Sei offen für Entdeckungen, um dir der Vielfalt der Möglichkeiten bewusst zu werden, die deine Entwicklung bereichern können!

| Werde aus deiner Entwicklung heraus wieder neugierig auf Neues!

PS: Feedback ist mir wertvoll, daher freue ich mich über deinen Kommentar. Kontaktiere mich gerne, wenn du Fragen an mich hast oder ich dich bei einem Anliegen unterstützen darf.

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2 Gedanken zu „N°3 | Ungewohntes“

  1. Lieber Markus,
    es gefällt mir sehr wie du aus „Finde den Fehler“ die Inspiration für „Erkenne die Möglichkeiten“ nimmst und anregst! Eine schönes Lernfeld für den Alltag mal wieder seinen Blick für das zu öffnen, was es noch alles gibt (oder sein kann). Es kann ein großes Stück Freiheit bedeuten.
    Freue mich auf deine nächsten Impulse.

    1. Liebe Rieke,
      vielen lieben Dank für dein wertschätzendes Feedback.
      Es freut mich, dass mein Beitrag dich angeregt hat und
      du einen Blickwechsel mit einem Stück Freiheit verbindest.
      Bleibe neugierig!
      Markus

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