N°5 | Wahrnehmung

Beitrags-Serie | Corona-Juwel

Das Leben hat sich verändert – das stimmt.

Dasselbe Leben hätte sich auch ohne die Ereignisse der letzten Monate verändert – es wäre uns womöglich erst zeitverzögert oder auch gar nicht aufgefallen.

Entscheidend bei diesen Veränderungen sind jedoch die unterschiedlichsten Emotionen, die scheinbar geballt aufeinanderprallten. Wir wurden von einer Welle dieser überrollt und fühlten uns zeitweise handlungsunfähig.

| Welche Gemütsbewegungen waren oder sind es, die ich für mich benennen kann?

Diese Frage darf sich jeder von uns selbst stellen sowie ihrer Antwort nachfühlen. Mit sich in Verbindung kommen. Diese Emotionen annehmen, wie sie sind – damit er/sie sagen kann:

„Es ist in Ordnung, wie ich gerade fühle!“

Natürlich wird sich dieser Satz ungewohnt oder fremd anfühlen, wenn wir ihn in einen Kontext setzten, in dem es uns bisher vergönnt war so empfinden zu können oder gar zu dürfen.

Auch die bisherigen Denkweisen dürfen wir annehmen, da sie zu unserer Geschichte dazugehören. Gleichzeitig haben wir an jedem neuen Tag die Möglichkeit, unsere störenden Muster in Frage zu stellen, um Hindernissen auf dem Weg wohlgesonnen zu begegnen. Wer weiß, ob wir diese als solche immer noch wahrnehmen werden, nachdem wir sie hinterfragt haben.

| Wer oder was hindert uns daran, einen Widerstand als einen Hinweis zu betrachten?

Wir selbst sind es! Niemand sonst kann uns daran hindern, uns selbst Fragen zu stellen und zu reflektieren. Jeder Mensch ist in dieser Hinsicht frei und darf diese Freiheit jederzeit auskosten. Ob wir davon Gebrauch machen oder nicht, liegt nicht an unserer „Umwelt“.

Veränderungen

… sind die beständigsten Konstanten in unseren Leben, die wir gewiss unterschiedlich bewerten und einschätzen. Auch das dürfen wir nach Belieben tun. Dabei ist es sinnvoll nach der Angemessenheit unserer Gedanken zu schauen, die uns entweder zur Aktivität oder Passivität verleiten.

Zugegebenermaßen sind Bewertungen sinnvoll und wichtig. Sie vereinfachen unser Leben, da wir durch sie schneller Entscheidungen treffen und scheinbar Unwichtiges ausblenden können. Dennoch kann es hilfreich und bereichernd sein, diesem Impuls zu widerstehen, um veränderte Sichtweisen sowie neue Entwicklungen zuzulassen.

| Wie habe ich gedacht und empfunden als das „Geschehen“ plötzlich vor der eigenen Haustür stattfand?

| Wie denke und empfinde ich jetzt?

In ein paar Wochen hat sich „Die Veränderung“ auch wieder einige Male gewandelt. Die große Unbekannte wurde hinreichend beleuchtet, was stetig zu mehr Klarheit beitrug. Wir erlangten schrittweise die Handlungsfähigkeit zurück – auch wenn im eingeschränkten Rahmen. Diese Bewusstheit lässt uns bis dato besonnener umgehen mit:

| den neuen Gegebenheiten | dem veränderten Alltag | der Übernahme von Verantwortung für uns und andere | den notwendigen Einschränkungen | dem „nicht in der Hand haben“ | sowie mit unseren Emotionen.

Ja, es ist nicht alles rosa! Das war es nie und wird es niemals sein, wenn wir es global betrachten. Der Weitblick eröffnet uns unzählige Perspektiven, löst das Schwarz-Weiß-Denken auf und erlaubt eine angemessene Relativierung.

Eine differenzierte Wahrnehmung…

… wird somit durch eine wertfreie Beobachtung unterstützt. Wir selbst sind für unsere Gefühle und Gedanken verantwortlich, sodass es an uns liegt, wie wir sie wahrnehmen.

Je häufiger es uns gelingt in unseren persönlichen „Alarm-Situationen“ den Fokus auf die Momentaufnahme zu lenken und diese als „ein Bild“ zu betrachten, desto wahrscheinlicher wird die Veränderung im Umgang mit ihnen.

Entscheidend für den Schritt des Hinschauens auf die eigenen Gefühle und die dahinterliegenden Bedürfnisse ist die Verbindung zu sich selbst. Sie ermöglicht Entdeckungen. Sie macht uns zu Sehenden, die sich und andere als eigenständige selbstverantwortliche Individuen wertschätzen.

Ich durfte viele Erfahrungen und Veränderungen mit und in mir wahrnehmen in den letzten zwei Jahren. Gleichzeitig darf ich meine „Umwelt“ heute mit anderen Augen entdecken, was sehr bereichernd ist.

Ja, ich fühle mich privilegiert in vielerlei Hinsicht, wenn ich meine eigene Situation und mein eigenes Leben betrachte. Eins der wertvollsten Privilegien das ich sehr zu schätzen gelernt habe, ist die Möglichkeit

| meine Gedanken denken,

| meine Gefühle fühlen

  sowie

| mein Leben leben

zu dürfen.

Mit dieser Seite des unvollständigen Juwels möchte ich die Beitrags-Serie abschließen und hoffe dir den einen oder anderen Impuls gegeben zu haben. Vielleicht hat dich ein bestimmter Beitrag besonders angesprochen oder angeregt.

Ich bin dankbar & bleibe neugierig

Markus

PS: Es interessiert mich, was du in Zusammenhang mit dem jeweiligen Beitrag oder Gedanken verbindest. Dein Feedback ist wertvoll für mich, somit bitte ich dich um einen Kommentar unter dem Beitrag, den du als „deinen“ siehst. Lass mich an deinen Gedanken teilhaben.

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