N°3 | Wertschätzung

Beitrags-Serie | Corona-Juwel

Eingetrübt scheint der blaue Himmel der vergangenen Tage, ebenso wie die zarten Farben des Frühlings, der allgegenwärtig Leben verströmt. Sind das Gedanken oder Empfindungen?

Nur wenig ist noch erlaubt, dafür vieles untersagt – zum Wohle der Allgemeinheit. Gehöre ich zur Allgemeinheit oder zu den Geknechteten?

| Darf ich tatsächlich so wenig, dass es mein Wohlergehen beeinflusst?

Diese Frage kann und darf nicht pauschal beantwortet werden, da jeder lediglich über sein persönliches Empfinden berichten kann. Als Beobachter können wir sinnieren und mutmaßen.

Bevor wir uns der Verlockung hingeben, auf einen der „Meinungs-Schnellzüge“ aufzuspringen, dürfen wir einen Moment innehalten – uns Zeit nehmen dieser Frage nachzugehen.

Jeder für sich, in sich.

Falls die vermeintliche Ungeduld uns die Zeit als verschwendet erscheinen lässt – keine Sorge! Der nächste „Meinungszug“ kommt gewiss, auf den wir aufspringen können, um die fremde Wahrnehmung über die eigene zu stellen.

Da eine Fahrt ins Ungewisse oft mit unangenehmen Gefühlen von Unsicherheit, Furcht und Pessimismus verbunden ist, entscheide ich mich gegen das Aufspringen.

Ich bevorzuge Offenheit und Reflektion als Werkzeuge meiner Neugierde, die zur Entdeckung meiner persönlichen „Wahrheit“ führt. Dabei wird mir bewusst, dass ich trotz der gegebenen Umstände glücklich und zufrieden bin. Das mag an der nicht verlorenen Zuversicht liegen oder an der eigenen Situation, die ich den unzähligen anderen Wirklichkeiten gegenüberstelle:

Erdrückende Einsamkeit | organisatorische Überforderung | verständliche Existenzangst | unmögliches Abschiednehmen | spürbare Verzweiflung | kollektive Hilflosigkeit | lähmende Ohnmacht | Wahl zwischen „Pest und Cholera“, die keine ist | …

Diese unvollständige Auswahl an Zuständen, die bis in die entlegensten Winkel der Erde derzeit vorherrschen, entspricht jenen unzähligen Wirklichkeiten meiner persönlichen Gegenüberstellung.

Beim Schreiben wird mir derweil bewusst, dass diese tatsächlich gelebten Realitäten nicht ausschließlich mit der aktuellen Zeit in Verbindung stehen. Nein!

Es ist das Leben…

… jedes einzelnen Menschen, das so oder so verlaufen kann. Teils scheint es vorbestimmt, teils heraufbeschworen und teils gar selbst erkoren. Im Grunde ist es unerheblich – es sind seit Urzeiten gelebte Emotionen und erlebte Wirklichkeiten.

Meinem Motto entsprechend, entwickle ich aus dieser Perspektive heraus eine tiefe Wertschätzung dessen, was ich habe, was ich lebe, was ich darf.

Erst durch die Existenz des Kontrastes, des Gegensatzes, des Gegengewichts wird Balance oder Gleichgewicht möglich.

Somit liegt es an mir und meiner Wahrnehmung, wie schätzend ich mit dem Wert meiner Selbst sowie meiner persönlichen „Wahrheit“ umgehe.

Eine helle Seite, die beim heutigen Behauen des Brockens zum Vorschein kam. Das Schleifen und das Polieren werden die Intensität des Funkelns erst zu Tage fördern.

Ich bin dankbar.

Markus

PS: Was darfst du?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.