N°1 | Stille

Rubrik | N > E > B > E

Eines Tages betrat ich einen kleinen Buchladen, in dem ich mich Ziel frei umschaute. Meine Aufmerksamkeit erregten zwei Bücher, die nicht auf Bestseller-Listen auftraten und unscheinbar wirkten. Spontan kaufte ich diese, wobei eins von denen unterschiedliche Perspektiven der Stille beleuchtete. Das interessierte Lesen der kurzen Kapitel weckte meine Neugier.

> Neugierde >

Seitdem stelle ich mir diesbezüglich öfters die Fragen:

| Was verbinde ich mit Stille?

| Was bedeutet sie für mich?

| Wie fühlt sie sich für mich an?

| Wo finde ich sie?

| Wann sollte ich nach ihr suchen?

Durch das Buch angeregte Gedanken sowie die Suche nach meinen persönlichen Antworten motivieren mich immer wieder auf Entdeckungstour zu gehen.

> Entdeckung >

Mir fällt auf, dass es für gewöhnlich zwei vereinfachte Sichtweisen gibt, mit denen wir uns diesem Thema nähern.

Je nach…

… Situation, Stimmung und Überzeugung wird die Betrachtung in dunkle Töne eingefärbt. Somit erscheint uns das Bild eher negativ, befremdlich oder gar bedrohlich. Dann assoziieren wir mit Stille eher:

Stillstand | Unbehagen | Unsicherheit | weg-haben-wollen | oder auch Angst.

Vielleicht liegt es an den Lauten, die wir aus unserem Innern vernehmen. Oder wir ängstigen uns vor dem Entzug der Bewegung und Ablenkung, die uns oft eine vermeintliche Sicherheit suggerieren, da das Ausblenden leichter fällt. Dies gibt uns das Gefühl sich spüren zu können durch äußere Reize und Einflüsse. Womöglich ist uns Stille einfach nur fremd geworden, durch:

den schnellen Alltag | die Gier nach dem „Mehr“ oder dem „Besser“ | die ständige Verfügbarkeit von Ablenkung | das Getriebensein | die Lautstärke all der Möglichkeiten | das Gefühl Nichts-verpassen-zu-dürfen | das Fehlen von etwas, von dem wir nicht wissen, was es ist oder sein könnte.

Die hellen Farben dagegen…

… haben das Potenzial uns positiv, wohlig und gut aufgehoben zu fühlen. Dann verbinden wir mit dem abstrakten Aquarell eher:

Ruhe | Angenommensein | Getragenwerden | Gehaltensein | Sicherheit | Verbundenheit mit sich oder mit etwas „Großem“ | sich spüren können und wollen | etwas annehmen wollen.

Dabei ist entscheidend, dass wir all die Aspekte der persönlichen Vorstellung sehen und sammeln – unabhängig von deren Färbung. Sie alle gehören zu unserer Sicht, was sie sehr wohl dürfen, um unsere individuelle Vielfalt zu erweitern.

Es ist wichtig neben dem Bunten auch die Grautöne als einzelne Teile des gesamten Bildes zu erkennen, sowie mutiger hinter die erste Wahrnehmung zu blicken, die uns zunächst offensichtlich erscheint.

Die unterdessen gesammelten Entdeckungen bilden die Basis für die Bewusstwerdung dessen, was die unterschiedlichen Betrachtungsweisen bei und in uns bewirken.

> Bewusstheit >

Ich stelle fest, dass mein Aquarell der Stille in vielen sanften Färbungen erscheint.

Ihre wechselnden Antlitze lassen mich des Öfteren über ihre Wertigkeit staunen. Was ich persönlich mit ihr verbinde und welche Bedeutung sie für mich hat, möchte ich beschreiben als:

Raum für mich & den Augenblick | Losgelöstheit von Zeit & Zwängen | Fokussierung auf Einzelheiten meiner Umgebung, sowie der momentanen körperlichen & sinnlichen Wahrnehmung | Durchatmen & Loslassen | Wertschätzung ihrer Präsenz | Annahme dessen, was gerade ist | Gelassenheit & Genuss | Freude | Spüren meines Urvertrauens.

In diesen besonderen Momenten nehmen meine Sinne eine gewisse Klarheit wahr, die sich sonst hinter einem Filter verbirgt. Jene Augenblicke ermöglichen mir – mich zu spüren, klarer zu sehen, in mich hineinzuhören, sowie meinen Ideen und Impulsen nachzusinnen.

Dann wird mir bewusst, wie …

… lebendig sich meine Umwelten anfühlen | aufmerksam ich meinem Inneren zuhören kann | belanglos oder verzichtbar manches ist | sich meine Priorisierung verändert | kreativ ich in ihr sein kann und darf | nützlich und wertvoll das Innehalten ist | belebend eine lautlose Reflektion sein kann | viele Ressourcen ich in mir berge | stark ich mich entfalten kann

…, wenn ich es erkenne und wertschätze.

> Entwicklung >

Ich bin mehr, als die Fassade, die meinen Kern umhüllt und zu schützen versucht – obwohl keine reale Gefahr von außen droht.

Ich lasse mich gerne auf die innere oder äußere Stille ein, um mit mir in Verbindung zu kommen, sowie meinen Fragen und Antworten Raum zu geben.

Ich schätze die Kraft, die sie innehat und mich bei meiner Entfaltung unterstützt.

Ich bin selbstbewusst und handlungsfähig, wenn ich klarer sehe.

Ich nutze diese Quelle, die mich auf meinem Weg nähren darf.

Viel Freude beim Entdecken!

Markus

| Bleibe neugierig, um zu entdecken!

| Sei offen für Entdeckungen, um dir der Vielfalt der Möglichkeiten bewusst zu werden, die deine Entwicklung bereichern können!

| Werde aus deiner Entwicklung heraus wieder neugierig auf Neues!

PS: Feedback ist mir wertvoll, daher freue ich mich über deinen Kommentar. Kontaktiere mich gerne, wenn du Fragen an mich hast oder ich dich bei einem Anliegen unterstützen darf.

[Kontakt]

Vorwort zur neuen Rubrik

Rubrik | N > E > B > E

In dieser neuen Rubrik werde ich reflektierend auf Fragen eingehen, die mich zum jeweiligen Zeitpunkt gedanklich oder emotional beschäftigen. Ich betrachte es als ein Experiment, dessen Ausgang oder Ausklang unbestimmt ist und offenbleiben darf.

Meine Beobachtungen und deren Vielschichtigkeit dürfen mich persönlich dabei unterstützen, andere/neue Perspektiven einzunehmen.

Beim Schreiben werde ich mich mit den auftauchenden Themen auseinandersetzen, in der Hoffnung Entdeckungen machen zu dürfen, auf die ich ohne meine Neugierde womöglich verzichten müsste.

Als unterstützendes Instrument für meine „interne“ Auseinandersetzungen werde ich auf die vier Leitbegriffe zurückgreifen, die ich auf meiner Seite „www.auf-dem-weg.koeln“ skizziere:

Neugierde > Entdeckung > Bewusstheit > Entwicklung

Diese Orientierungshilfe soll mich dabei unterstützen, die schrittweise Reflektion anschaulich und begreifbar vornehmen zu können – für mich & für meine Leser.

Ich freue mich auf mögliche Entdeckungen sowie eine neuartige Bewusstheit, durch die ich meine Wahrnehmung schärfen und Klarheit erlangen kann.

Da mir das Anregen und Bewegen am Herzen liegt, möchte ich durch meine Beiträge den einen oder anderen Impuls geben, der dich oder andere Leser animiert.

Wir begegnen auf unseren individuellen Wegen nicht nur zahlreichen Menschen, sondern auch unendlich vielen Wirklichkeiten und Wahrheiten. Diese dürfen wir als ähnlich oder auch konträr bezeichnen – gleichzeitig als einzigartig annehmen.

Wenn wir die neutrale Sichtweise wählen, werden uns neue Farbnuancen zur Verfügung stehen, mit denen wir dann weitermalen und gestalten können. Welche alternativen Bilder dabei entstehen mögen, wird sich im Entwicklungsprozess zeigen.

Ich wünsche dir und mir gleichermaßen viel Freude auf den Entdeckungstouren, beim differenzierten Beobachten sowie beim nuancierten „Malen“ persönlicher Bilder.

Bleibe neugierig!

Markus

N°5 | Wahrnehmung

Beitrags-Serie | Corona-Juwel

Das Leben hat sich verändert – das stimmt.

Dasselbe Leben hätte sich auch ohne die Ereignisse der letzten Monate verändert – es wäre uns womöglich erst zeitverzögert oder auch gar nicht aufgefallen.

Entscheidend bei diesen Veränderungen sind jedoch die unterschiedlichsten Emotionen, die scheinbar geballt aufeinanderprallten. Wir wurden von einer Welle dieser überrollt und fühlten uns zeitweise handlungsunfähig.

| Welche Gemütsbewegungen waren oder sind es, die ich für mich benennen kann?

Diese Frage darf sich jeder von uns selbst stellen sowie ihrer Antwort nachfühlen. Mit sich in Verbindung kommen. Diese Emotionen annehmen, wie sie sind – damit er/sie sagen kann:

„Es ist in Ordnung, wie ich gerade fühle!“

Natürlich wird sich dieser Satz ungewohnt oder fremd anfühlen, wenn wir ihn in einen Kontext setzten, in dem es uns bisher vergönnt war so empfinden zu können oder gar zu dürfen.

Auch die bisherigen Denkweisen dürfen wir annehmen, da sie zu unserer Geschichte dazugehören. Gleichzeitig haben wir an jedem neuen Tag die Möglichkeit, unsere störenden Muster in Frage zu stellen, um Hindernissen auf dem Weg wohlgesonnen zu begegnen. Wer weiß, ob wir diese als solche immer noch wahrnehmen werden, nachdem wir sie hinterfragt haben.

| Wer oder was hindert uns daran, einen Widerstand als einen Hinweis zu betrachten?

Wir selbst sind es! Niemand sonst kann uns daran hindern, uns selbst Fragen zu stellen und zu reflektieren. Jeder Mensch ist in dieser Hinsicht frei und darf diese Freiheit jederzeit auskosten. Ob wir davon Gebrauch machen oder nicht, liegt nicht an unserer „Umwelt“.

Veränderungen

… sind die beständigsten Konstanten in unseren Leben, die wir gewiss unterschiedlich bewerten und einschätzen. Auch das dürfen wir nach Belieben tun. Dabei ist es sinnvoll nach der Angemessenheit unserer Gedanken zu schauen, die uns entweder zur Aktivität oder Passivität verleiten.

Zugegebenermaßen sind Bewertungen sinnvoll und wichtig. Sie vereinfachen unser Leben, da wir durch sie schneller Entscheidungen treffen und scheinbar Unwichtiges ausblenden können. Dennoch kann es hilfreich und bereichernd sein, diesem Impuls zu widerstehen, um veränderte Sichtweisen sowie neue Entwicklungen zuzulassen.

| Wie habe ich gedacht und empfunden als das „Geschehen“ plötzlich vor der eigenen Haustür stattfand?

| Wie denke und empfinde ich jetzt?

In ein paar Wochen hat sich „Die Veränderung“ auch wieder einige Male gewandelt. Die große Unbekannte wurde hinreichend beleuchtet, was stetig zu mehr Klarheit beitrug. Wir erlangten schrittweise die Handlungsfähigkeit zurück – auch wenn im eingeschränkten Rahmen. Diese Bewusstheit lässt uns bis dato besonnener umgehen mit:

| den neuen Gegebenheiten | dem veränderten Alltag | der Übernahme von Verantwortung für uns und andere | den notwendigen Einschränkungen | dem „nicht in der Hand haben“ | sowie mit unseren Emotionen.

Ja, es ist nicht alles rosa! Das war es nie und wird es niemals sein, wenn wir es global betrachten. Der Weitblick eröffnet uns unzählige Perspektiven, löst das Schwarz-Weiß-Denken auf und erlaubt eine angemessene Relativierung.

Eine differenzierte Wahrnehmung…

… wird somit durch eine wertfreie Beobachtung unterstützt. Wir selbst sind für unsere Gefühle und Gedanken verantwortlich, sodass es an uns liegt, wie wir sie wahrnehmen.

Je häufiger es uns gelingt in unseren persönlichen „Alarm-Situationen“ den Fokus auf die Momentaufnahme zu lenken und diese als „ein Bild“ zu betrachten, desto wahrscheinlicher wird die Veränderung im Umgang mit ihnen.

Entscheidend für den Schritt des Hinschauens auf die eigenen Gefühle und die dahinterliegenden Bedürfnisse ist die Verbindung zu sich selbst. Sie ermöglicht Entdeckungen. Sie macht uns zu Sehenden, die sich und andere als eigenständige selbstverantwortliche Individuen wertschätzen.

Ich durfte viele Erfahrungen und Veränderungen mit und in mir wahrnehmen in den letzten zwei Jahren. Gleichzeitig darf ich meine „Umwelt“ heute mit anderen Augen entdecken, was sehr bereichernd ist.

Ja, ich fühle mich privilegiert in vielerlei Hinsicht, wenn ich meine eigene Situation und mein eigenes Leben betrachte. Eins der wertvollsten Privilegien das ich sehr zu schätzen gelernt habe, ist die Möglichkeit

| meine Gedanken denken,

| meine Gefühle fühlen

  sowie

| mein Leben leben

zu dürfen.

Mit dieser Seite des unvollständigen Juwels möchte ich die Beitrags-Serie abschließen und hoffe dir den einen oder anderen Impuls gegeben zu haben. Vielleicht hat dich ein bestimmter Beitrag besonders angesprochen oder angeregt.

Ich bin dankbar & bleibe neugierig

Markus

PS: Es interessiert mich, was du in Zusammenhang mit dem jeweiligen Beitrag oder Gedanken verbindest. Dein Feedback ist wertvoll für mich, somit bitte ich dich um einen Kommentar unter dem Beitrag, den du als „deinen“ siehst. Lass mich an deinen Gedanken teilhaben.

N°4 | Distanzierte Nähe

Beitrags-Serie | Corona-Juwel

Zu einem der häufigsten Ausdrücke dieser Zeit zählt „Abstand halten“.

Viele Menschen haben es verinnerlicht und kommen den Appellen meistens nach – aus Selbst- und Fremdschutz sowie Solidarität. Einige Artgenossen legen zugleich ein scheinbar reaktantes Verhalten an den Tag. Wahrscheinlich geleitet vom Gefühl sich einen Teil der geraubten Freiheit bewahren oder wiedererlangen zu müssen.

Einerseits würden mich die Gründe dafür interessieren, andererseits wird es natürlich ein unrealistischer Wunsch bleiben, da ich nie mit all den Antworten konfrontiert werde. Für die Betrachtung der nächsten Seite des unfertigen Juwels ist das Wissen um die Gründe unerheblich, sodass ich mich gerne wieder meiner Wahrnehmung zuwende.

Fehlen der Nähe oder fehlende Distanz?

Was an der physischen Nähe lässt uns diese vermissen? Auf diese Frage wird es unzählige Antworten geben. Meine Überlegungen beziehen lediglich einige wenige Bedürfnisse mit ein, die in diesem Zustand unerfüllt bleiben können:

| greifbare Gemeinschaft | erkennbares Mitgefühl | direkt spürbare Verbindung | Verständigung, Kommunikation & Austausch von Angesicht zu Angesicht | gespiegelte Menschlichkeit | Schutz, Sicherheit & Geborgenheit | Zärtlichkeit & Sexualität | Spaß, Freude & Intensität

Die meisten Menschen streben die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft an, da diese ihnen Schutz & Sicherheit, Verbundenheit & Orientierung, sowie Struktur & Stabilität vermittelt. Das Paradoxe an der gegenwärtigen Situation ist jedoch, dass dieselbe Gemeinschaft durch Abstand und Isolation mehr Schutz und Sicherheit für viele gewährleisten kann. Verzicht und Abstand werden zur neuen Orientierung, die veränderte Strukturierungen im Kleinen und im Großen erfordert, um Stabilität sicherstellen zu können.

Mir fällt immer häufiger auf, dass ein gewisser Abstand im Alltag sich sehr angenehm anfühlen kann. Es bedeutet nicht nur Verzicht auf Nähe oder gar soziale Abschottung – Nein.

Distanz bedeutet Respekt.

Es gäbe Bereiche des Zusammenlebens in einer Gesellschaft, in denen ich es begrüßen würde, wenn wenigstens Teile der neuerlernten Regeln beibehalten würden. An dieser Stelle darf jeder seine eigenen Prioritäten setzen.

Fehlende Distanz oder auch Respektlosigkeit beziehen sich nicht ausschließlich auf die körperlichen Aspekte des jeweiligen Verhaltens, sondern auch auf die verbalen, also sprachlichen und inhaltlichen.

| Die Sprache bietet uns so viele Ausdrucksformen, es liegt nicht an ihr selbst diese zu nutzen – es sollte unser Anliegen sein, aus ihr zu schöpfen!

Die Verantwortung für das eigene Verhalten können wir nicht an andere abgeben. Es ist unerheblich in welchem Medium wir kommunizieren, entscheidend ist das Wie. Die gegebene Möglichkeit der Anonymität sollte kein Katalysator sein für:

| Wut | Zorn | Bosheit | Unsicherheit | Verzweiflung | Passivität | Frust | sowie verwandte Gefühlszustände

Ich frage mich, ob es bloß die Einschränkungen der sozialen Direktkontakte und der Aktivitätsmöglichkeiten sind, die zu manchen Widerständen in uns und gleichzeitig zum Auflehnen gegen eine „verordnete“ Distanz führen. Es beschleicht mich noch ein anderer Gedanke in diesem Zusammenhang.

Distanzierte Nähe…

… klingt zunächst abwegig und scheint einen Widerspruch auszudrücken. Einerseits streben wir nach Nähe durch Zugehörigkeit und Gleichheit, andererseits sehnen wir uns nach einer gewissen Distanz durch Autonomie und Individualität.

Durch den angeordneten Rückzug aus der bisherigen Selbstverständlichkeit hat sich der Abstand zu unserem engsten Umfeld drastisch verringert. Die gemeinsame Zeit in den eigenen „vier Wänden“ hat sich potenziert. Noch entscheidender ist die wiedererlangte Nähe zu sich selbst, was für manche Menschen ungewohnt, fremd oder gar schwer auszuhalten sein kann.

Mit Hilfe von unterschiedlichsten Ablenkungsmöglichkeiten und selbsteingebauten „Abstandhaltern“ wurden wir zu Meistern der verdrängten Bewusstheit unseres Selbst:

| Was ist mir wirklich wichtig? | Was macht mich aus? | Was brauche ich um zufrieden zu sein? | Was kann ich selbst zur Veränderung beitragen? | Wie und wann schätze ich den Wert meiner Fähigkeiten und dessen, was ich bereits habe? | Wie fühle ich? | Was würde mir helfen meine Verbindung zu mir selbst zu stärken?

Diese Auflistung können wir beliebig ausweiten, um die hemmenden Hindernisse und aufgebauten Barrieren auf dem Weg erkennen und schrittweise abbauen zu können. Das Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz können wir individuell beeinflussen und dafür selbstverantwortlich Sorge tragen, dass wir die uns zur Verfügung stehende Zeit nutzen.

Neugierde -> Entdeckung -> Bewusstheit -> Entwicklung

Wenn wir neugierig auf uns und auf andere bleiben, bekommen wir die Chance Neues zu entdecken. Die erlangte Bewusstheit über wertvolle Alternativen bereitet den Weg für die persönliche Entwicklung, die uns schließlich neugierig macht auf weitere Schritte.

Es ist nicht egoistisch zunächst genauer auf sich selbst zu schauen, bevor wir den Blick auf andere richten. Im Gegenteil, die eigene Klarheit erweitert die Möglichkeiten des Miteinanders. Durch das Wissen um die eigene Verantwortung wird Veränderung in einer Gemeinschaft denkbar.

Ich bin überzeugt, dass jeder den Glanz dieser Facette seines persönlichen Edelsteins beeinflussen kann. Wenn wir bereit sind darauf hinzuarbeiten, im ersten Schritt die Entfernung zu uns selbst zu verringern, um wieder in Verbindung zu kommen und des Öfteren zu bleiben.

Ich bleibe zuversichtlich

Markus

N°3 | Wertschätzung

Beitrags-Serie | Corona-Juwel

Eingetrübt scheint der blaue Himmel der vergangenen Tage, ebenso wie die zarten Farben des Frühlings, der allgegenwärtig Leben verströmt. Sind das Gedanken oder Empfindungen?

Nur wenig ist noch erlaubt, dafür vieles untersagt – zum Wohle der Allgemeinheit. Gehöre ich zur Allgemeinheit oder zu den Geknechteten?

| Darf ich tatsächlich so wenig, dass es mein Wohlergehen beeinflusst?

Diese Frage kann und darf nicht pauschal beantwortet werden, da jeder lediglich über sein persönliches Empfinden berichten kann. Als Beobachter können wir sinnieren und mutmaßen.

Bevor wir uns der Verlockung hingeben, auf einen der „Meinungs-Schnellzüge“ aufzuspringen, dürfen wir einen Moment innehalten – uns Zeit nehmen dieser Frage nachzugehen.

Jeder für sich, in sich.

Falls die vermeintliche Ungeduld uns die Zeit als verschwendet erscheinen lässt – keine Sorge! Der nächste „Meinungszug“ kommt gewiss, auf den wir aufspringen können, um die fremde Wahrnehmung über die eigene zu stellen.

Da eine Fahrt ins Ungewisse oft mit unangenehmen Gefühlen von Unsicherheit, Furcht und Pessimismus verbunden ist, entscheide ich mich gegen das Aufspringen.

Ich bevorzuge Offenheit und Reflektion als Werkzeuge meiner Neugierde, die zur Entdeckung meiner persönlichen „Wahrheit“ führt. Dabei wird mir bewusst, dass ich trotz der gegebenen Umstände glücklich und zufrieden bin. Das mag an der nicht verlorenen Zuversicht liegen oder an der eigenen Situation, die ich den unzähligen anderen Wirklichkeiten gegenüberstelle:

Erdrückende Einsamkeit | organisatorische Überforderung | verständliche Existenzangst | unmögliches Abschiednehmen | spürbare Verzweiflung | kollektive Hilflosigkeit | lähmende Ohnmacht | Wahl zwischen „Pest und Cholera“, die keine ist | …

Diese unvollständige Auswahl an Zuständen, die bis in die entlegensten Winkel der Erde derzeit vorherrschen, entspricht jenen unzähligen Wirklichkeiten meiner persönlichen Gegenüberstellung.

Beim Schreiben wird mir derweil bewusst, dass diese tatsächlich gelebten Realitäten nicht ausschließlich mit der aktuellen Zeit in Verbindung stehen. Nein!

Es ist das Leben…

… jedes einzelnen Menschen, das so oder so verlaufen kann. Teils scheint es vorbestimmt, teils heraufbeschworen und teils gar selbst erkoren. Im Grunde ist es unerheblich – es sind seit Urzeiten gelebte Emotionen und erlebte Wirklichkeiten.

Meinem Motto entsprechend, entwickle ich aus dieser Perspektive heraus eine tiefe Wertschätzung dessen, was ich habe, was ich lebe, was ich darf.

Erst durch die Existenz des Kontrastes, des Gegensatzes, des Gegengewichts wird Balance oder Gleichgewicht möglich.

Somit liegt es an mir und meiner Wahrnehmung, wie schätzend ich mit dem Wert meiner Selbst sowie meiner persönlichen „Wahrheit“ umgehe.

Eine helle Seite, die beim heutigen Behauen des Brockens zum Vorschein kam. Das Schleifen und das Polieren werden die Intensität des Funkelns erst zu Tage fördern.

Ich bin dankbar.

Markus

PS: Was darfst du?