N°1 | Dicker Brocken

Beitrags-Serie | Corona-Juwel

Bereits vorletzte Woche dachte ich:

„Da ist uns ein dicker Brocken vor die Füße geknallt.“

Jeden Tag wuchs das Bild dieses Gebildes in meinem Kopf – wurde größer, bedrohlicher und atemraubender. Nach einer „internen Prüfung“ meiner Handlungsoptionen hinsichtlich einer Umkehrung des Gegebenen, wurde mir klar: „Du hast jetzt vorerst zwei Möglichkeiten zu denken und demnach zu handeln.“

Die Option des Fatalismus war für mich zügig vom Tisch, auch wenn es zunächst verlockend erschien, mich auf diese einzulassen und zu treiben, auf dem Meer aus:

Nachrichtenflut | faktischen und ungewissen Szenarien | instinktivem Verhalten in Teilen der Gesellschaft | sowie trüben Gedanken.

Schließlich entschied ich mich, meinem Motto treu zu bleiben und meiner Neugierde zu folgen. Meine Beobachtungen haben dem Verhalten gegolten, das sich dynamisch veränderte – dem der Mitmenschen, dem der Entscheidungsträger ebenso wie dem eigenem.

Ein Geflecht aus angemessenem Realismus, gesunder Anteilnahme sowie Empathie und Selbstempathie hilft mir nun beim Sieben der Informationen, Emotionen und Gedanken. Dieser Filter unterstützt mich dabei klarer zu sehen, mich situationsentsprechend zu verhalten und darüber hinaus mich auch an der Lebendigkeit um mich herum zu erfreuen.

Ich gebe zu, zeitweilig beschlich mich ein Gefühl des Schams. Ich hinterfragte meine Freude, meine unangebrachte Gelassenheit und meine Huldigung des Schönen.

„Halt! Das stimmt nicht.“, ertönte in mir.

„Ich darf das Leben, die Schönheit und die Natur feiern – ohne die Ernsthaftigkeit zu verkennen.

Ich darf Gelassenheit fühlen – ohne Naivität und Respektlosigkeit.

Ich darf nach dem Schönen suchen und es wertschätzen – ohne die Ängste, das Leid und die Hilflosigkeit zu übergehen oder gar zu ignorieren.“

Diese Bewusstheit ließ die gefühlte Schwere schrittweise weichen. Die Akzeptanz dessen, was ist, sowie die Offenheit dem gegenüber, was kommt, ermöglichen mir besonnen nach vorn zu schauen.

Während der turbulenten Zeit stelle ich mir oft die Fragen:

| Wie kann ich es aus einer anderen Perspektive betrachten?

| Welche alternativen Bilder kann ich schaffen um neugierig zu bleiben?

| Was erkenne ich persönlich als positiv und lebendig in all dem Umbruch, der Unsicherheit und der Surrealität?

Vor meinem geistigen Auge entstand recht früh ein Bild, bei dem ich mich selbst gefragt habe, ob es womöglich widersprüchlich oder gar verwerflich sei. Im ersten Moment mag es provokativ oder unangebracht erscheinen – das stimmt, wenn ich oberflächlich auf diesen Begriff schauen würde.

Das „Corona-Juwel“ assoziiere ich persönlich mit den zahlreichen Facetten und unterschiedlichen Farbnuancen, der momentanen Herausforderungen sowie der Veränderungen, die erhebliche Folgen bis weit in unsere Zukunft haben können | haben werden | haben müssen. Die Betrachtung der jeweiligen Seiten sowie deren Bedeutungszuschreibungen sind individuell – wie die Einzigartigkeit jedes einzelnen Betrachters.

Nachfolgend werde ich lediglich die Interpretationen meiner Vorstellungen erörtern oder als Bilder anbieten, deren Hinterfragung nicht nur möglich, sondern auch erwünscht ist. Jeder darf und soll sich selbst seine Sicht der Dinge, seine persönliche Meinung und seine jetzige Perspektive vor Augen führen.

Ich bin davon überzeugt, dass ein Perspektivenwechsel neue Impulse und Veränderungen ermöglichen kann, durch:

alternative An- und Aussichten | inspirierende Vorstellungen | ausgelöste Emotionen oder motivierende Bestätigung der eigenen Wahrnehmung.

24/7 * X

Schicht für Schicht tragen wir Teile der steinernen Außenhülle ab. Weltweite Analysen und Vergleiche helfen uns zu verstehen, ein Stück Kontrolle wiederzuerlangen und Sicherheit zu träumen.

Dabei entdecken wir alle denkbaren Schattierungen der Farbe im Innern des Steins, der ebenso ein Meteorit sein könnte und aus dem dunklen Nichts kommend in unser aller Leben knallte.

Welche Farbe wünschte ich mir zu sehen, wenn ich hineinschauen könnte?

Manch eine Flanke der rauen schwarzen Oberfläche ist frei gelegt und schimmert hell. Andere Stellen lassen eine tiefe Färbung erahnen ohne sie benennen zu können. Vieles ist vage, manches schemenhaft und anderes wiederum vollkommen unklar. Eine Handvoll hell funkelnder Stellen gibt Hoffnung, gleichzeitig bleibt der Wert dessen ungewiss, was irgendwann fortbestehen wird.

Die einzelnen Facetten werden wir in deren Form nur bedingt beeinflussen können. Ihre Brillanz jedoch wird von unseren Fähigkeiten, unseren Anstrengungen, unserem Willen, unserer Beharrlichkeit und der Energie definiert, die wir als Gesellschaften aufbringen werden um diesen „Brocken“ in Zukunft als etwas anderes wahrnehmen zu können.

Vielleicht bleibt es ein unheimlich schwerer Brocken oder ein in Form gehauener Stein.

Was hält uns jedoch davon ab, es zu einem richtungsweisenden Schmuckstück zu machen?

Dieses Juwel könnten wir abschließend in die von unserem Haupt genommene „Krone der Schöpfung“ integrieren, um uns seiner Wertigkeit stets zu entsinnen.

Ich begebe mich auf die Suche nach den Facetten und bleibe neugierig.

Markus

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