N°4 | Ich muss …!

Rubrik | N > E > B > E

Ich habe keine andere Wahl, als Tag für Tag diesem Pfad zu folgen, zu klettern und zu kriechen um weiterzukommen. Die Last meines vollgepackten Rucksacks lastet immer schwerer auf meinen Schultern.

Je weiter ich in die Unhöhen vordringe, desto stärker wird der Druck, den ich auf meiner Brust spüre. Das Atmen fällt mir zusehends schwerer und die Ruhepausen, die ich mir gönne, erscheinen mir viel zu kurz. Ich muss weiter!

Der Nebel wird zu meinem ständigen Begleiter und zwingt mich noch intensiver auf diesen verdammten Weg zu achten. Neben dem Druck brennt allmählich auch die unsägliche Sehnsucht in meinem Innern – nach dem Gipfel, dem Ende der Tortur, der Erlösung am Ziel.

Ich stolpere und bleibe kraftlos liegen – leer, entmutigt, bereit aufzugeben. Mein Körper zwingt mich zur Ruhe und ich falle ungewollt in einen unruhigen Schlaf, der meine letzten Reserven angreift.

Im Traum…

… wird mir ein Berg vor die Füße gesetzt, der immer höher und gewaltiger wird. Ich gehe los, nehme jede Strapaze auf mich um diesen zu bezwingen.

Mein Weg ist vorbestimmt! Ich muss es schaffen und darf nicht aufgeben!“, sage ich mir immer und immer wieder, um all meine Kräfte zu mobilisieren. Ohne zu hinterfragen laufe ich weiter, schreite und schleppe mich schließlich von Stein zu Stein.

Einige Trampelpfade lasse ich dabei mal links und mal rechts von mir liegen – ich sehe sie, jedoch nehme ich diese nicht wirklich wahr. „Konzentriere dich auf deine Mission, die du erfüllen musst!“, ermahne ich mich immer wieder.

Ich spüre die kalten Schweißperlen am ganzen Körper, möchte alles um mich herum anschreien und zum Teufel wünschen – hätte ich die Kraft dazu. Im selben Moment wache ich benommen von den Strapazen des Traums auf.

Zurück in der Realität:

| Frische, kühle und duftende Luft dringt in meine Nase

| Helles Licht blendet meine Augen, die sich zaghaft an seine Intensität gewöhnen.

| Gleichzeitig flutet eine sanfte Geräuschwelle meine Ohren – unzählige Töne der vielfältigen Insekten und Vögel, des lebendigen Treibens um mich herum und das leise Wehen der Brise.

> Neugierde >

Was passiert gerade mit und in mir?

Meine Sinne nehmen gerade allerhand Reize von außen wahr. Ich spüre, wie die Sortiermaschine in mir arbeitet um Klarheit zu erzeugen. Das Kribbeln in meinen Händen und Füßen fühlt sich belebend an. Es fließt und durchströmt meinen gesamten Körper.

Was ist gerade anders als noch vor meinem Sturz?

> Entdeckung >

Ich sehe, was mich in diesem Augenblick umgibt. Ein Meer aus Farben, Formen und Bewegungen.

Ich höre die melodische Stille. Ein Konzert aus Klängen, Tönen und Schwingungen.

Ich rieche den Moment. Eine Komposition aus luftiger Frische, blumigen Noten und erdiger Basis.

Ich spüre mich.

> Bewusstheit >

Meine ausufernde Getriebenheit, mein Glaube an das Müssen und meine Überzeugung über die Vorbestimmung meines Weges – sie alle sind gewesen.

An ihrer Stelle…

… kehren gerade Ruhe und Gelassenheit ein. Der Wunsch danach „zu dürfen“, zeichnet ein Lächeln auf meine Lippen. Die Vorstellung, dass meine Landkarte viele Wege und Pfade bereithält, die gegangen werden können, erfüllt mich mit Leichtigkeit.

Gleichzeitig empfinde ich Dankbarkeit – für das Stolpern und den Fall, die mir diesen wertvollen Atemzug ermöglicht haben und ich mich wieder mit mir verbunden fühle.

> Entwicklung >

Ich stehe auf und setze meinen Weg beflügelt fort. Nach wenigen Schritten bleibe ich hinter einer Biegung erschrocken stehen. „Es geht nicht weiter, außer ich springe“, sage ich entgeistert zu mir.

„Nein, …

… ich kehre um und halte Ausschau nach weiteren Wegen oder Pfaden, für die ich mich entscheiden kann!

Wer weiß, was mir auf diesen begegnet und was ich entdecken werde?

Ich vertraue auf mich.“

Diese Geschichte kann synonym für eine Vielzahl unserer individuellen Denk- und Verhaltensweisen stehen.

| Wie siehst du deinen persönlichen Weg im Moment?

| Wenn du schon einmal gestolpert oder gefallen bist, was hat dir geholfen wieder aufzustehen?

| Wie würdest du deine Verbindung zu dir selbst beschreiben?

| Was stärkt dein Vertrauen in dich und deine Möglichkeiten?

Viel Freude beim Stolpern!

Markus

| Bleibe neugierig, um zu entdecken!

| Sei offen für Entdeckungen, um dir der Vielfalt der Möglichkeiten bewusst zu werden, die deine Entwicklung bereichern können!

| Werde aus deiner Entwicklung heraus wieder neugierig auf Neues!

PS: Feedback ist mir wertvoll, daher freue ich mich über deinen Kommentar. Kontaktiere mich gerne, wenn du Fragen an mich hast oder ich dich bei einem Anliegen unterstützen darf.

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N°3 | Ungewohntes

Rubrik | N > E > B > E

Eines Tages letzte Woche befand ich mich auf dem Weg zur Arbeit. Der übliche Morgen in der Innenstadt – ein noch verhaltenes Treiben mit vereinzelten Menschen, Lieferanten und öffnenden Geschäften ließ alles alltäglich erscheinen.

Meine Augen nahmen die Sonnenstrahlen und das Blau des klaren Himmels wahr. In meine Nase drang kühlfrische Morgenluft. Die noch sanfte Geräuschkulisse ließ mich an der steinernen Umgebung zweifeln und doch befand ich mich mittendrin.

Plötzlich vernahm ich einen ungewohnten Laut, für diesen Ort gar surrealen Klang.

Ein Bussard drehte kreischend eine Runde tief über den Gebäuden und ließ sich majestätisch auf einer Dachantenne nieder. Von dort hatte er anscheinend einen angemessenen Überblick über sein Umfeld.

> Neugierde >

Dieses von der gewohnten Szenerie scheinbar abweichende Geräusch weckte die Neugier in mir. Fragen kamen in mir auf:

| Darf doch sein, was nicht sein kann oder dem üblichen Bild nicht entspricht?

| Was löst diese Irritation in mir aus?

| Welchen Effekt hat dieses plötzliche Herausreißen aus dem üblichen Gedankentrott?

> Entdeckung >

Ich entdeckte die Schönheit des Unwirklichen und fühlte mich etwas beschwingt. Ja, eine gewisse Leichtigkeit und Zuversicht kam in mir auf.

Irritationen…

… haben die Fähigkeit gewohnte Denkmuster und Verhaltenskreisläufe zu unterbrechen. Sie reißen uns aus dem heraus, was wir als selbstverständlich oder als „das Wahre“ ansehen.

Ein Geräusch oder ein Bild kann genauso ein Auslöser sein, wie:

Aussagen | einzelne Worte | Verhaltensweisen | Geschehnisse | oder Gedankenblitze.

Es gilt, sich auf diese einzulassen, auch wenn sie augenscheinlich nicht ins so toll gemalte Bild zu passen scheinen.

> Bewusstheit >

An dem beschriebenen Morgen drang die Erkenntnis in mein Bewusstsein, dass es sich lohnt meinen Sinnen wieder mehr Vertrauen zu schenken. Das wahrgenommene nicht zu voreilig abzutun oder wegzudrängen, nur damit meine Bilder und Wahrheiten unverändert aufrechterhalten werden können.

Es ist nicht gefährlich, …

… Impulse zuzulassen oder Alternativen in meinen Denkmustern einen Platz frei zu halten. Es sind stehts die individuell ausgeschmückten Vorstellungen und die eigenen Interpretationen, die meine gewohnten Sichtweisen bestärken oder eben in Frage stellen.

In diesem Fall, ist es der Natur ziemlich egal, welcher Überzeugung ich bin oder bis dato war – sie probiert aus und lässt es auf den Versuch ankommen. Die Entwicklung dieses Experiments „Bussard in der Großstadt“ kann in unterschiedliche Richtungen verlaufen.

> Entwicklung >

Jede Anregung hat ihre Zeit, …

… um sich als solche zu entpuppen. Gewohntes gibt uns ein Gefühl von Sicherheit in unserem Kokon, den wir so mühsam gesponnen haben. Wir sind oft so sehr damit beschäftigt, seine Form aufrecht zu erhalten und den Schein seiner für uns perfekten Form zu wahren, dass wir den Schlüpf-Prozess hinauszögern oder gar verpassen.

Unsere Gedanken kreisen über das erhoffte gedachte Antlitz des Resultats, während wir uns immer gemütlicher und wohliger in dem seidigen Gebilde einrichten. Schade, dass uns dann die mögliche Pracht der Farben und Formen der Schmetterlingsflügel verborgen bleibt, die ihn aufsteigen lassen könnten, um seine Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

| An welchen ungewohnten Impuls erinnerst du dich, der dir half dich zu entpuppen?

| Welche Flügel wünschst du dir, damit du dich selbst oder dein Umfeld anders wahrnehmen kannst als bis her?

| Wie ungewohnt darf etwas erscheinen, damit du neugierig darauf wirst?

Viel Freude beim Entdecken!

Markus

| Bleibe neugierig, um zu entdecken!

| Sei offen für Entdeckungen, um dir der Vielfalt der Möglichkeiten bewusst zu werden, die deine Entwicklung bereichern können!

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N°2 | Wirklichkeit

Rubrik | N > E > B > E

Im Zuge meines eingeschlagenen Weges der letzten Jahre, veränderte sich merklich meine Sichtweise auf unterschiedlichste Situationen, menschliche Verhaltensweisen und Meinungen. Was glücklicherweise ein beständiger und kein finaler Prozess bleibt.

Ich fing zusehends an, mich in bestimmten Erregungszuständen zu ertappen. Das heißt, meine automatisierten Reaktionen auf äußere Reize wahrzunehmen, innerlich durchzuatmen und diese zu hinterfragen.

Diese Errungenschaft gestaltet Tag für Tag die Veränderung meiner Haltung, was mich stets neugierig bleiben lässt – auf das, was anders sein könnte, wenn ich es aus einer alternativen Perspektive her betrachten würde.

Oft agieren und reagieren wir…

… aus unseren verinnerlichten basalen Überzeugungen und geglaubten Wahrheiten heraus. Mal sind sie hilfreich, mal hinderlich.

Dabei können wir durch die Beobachtung unseres Selbst viele Erkenntnisse gewinnen, die sich bereichernd auf unser Denken und unser Verhalten auswirken können. Dabei sind es unsere selbsterzeugten Bilder, die uns blitzschnell spekulieren lassen um zu reagieren und zu entscheiden, wie wir uns verhalten.

> Neugierde >

Vor diesem Hintergrund gelingt es mir zuweilen das „Ertappen“ dafür zu nutzen, meine im jeweiligen Moment entworfene Realität und das aus ihr resultierende individuelle Bild zu hinterfragen. Die Gedanken, die Emotionen und das entsprechende Verhalten auf ihre Angemessenheit hin zu überprüfen.

| Ist das, was ich gerade wahrnehme wirklich so, wie es auf den ersten Blick scheint?

| Wie würde das Gehörte und Gesehene auf mich wirken, wenn ich die Perspektive verändern würde?

| Wie kann ich das Bild, das ich gerade betrachte und gleichzeitig gestalte, anders beschreiben, denken und interpretieren?

> Entdeckung >

Natürlich ist es schwierig mir in einer akuten Situation diese Fragen zu stellen – vor allem, wenn eine Reaktion bereits erfolgt ist. Gleichzeitig habe ich im Nachklang die Möglichkeit zu reflektieren sowie mir alternative Gestaltungsvarianten vorzustellen.

Ich entdecke neue Farbnuancen, …

… mit denen ich meine vorgefertigten verinnerlichten Skizzen aus- oder übermalen kann, wenn ich mich in einem ähnlichen Kontext befinden sollte. Zuvor gesehenes:

Feuerrot wird zu Flamingo | Orange zu Sonnengelb | Bordeaux zu Orchidee.

Oder ich stöbere wertvollere Rahmen auf, durch die mein erschaffenes Kunstwerk einen ganz neuen Ausdruck erhält.

Abgesehen davon fällt mir auf, dass ich aus einer gewissen Distanz heraus meinen Blickwinkel erweitern kann, sodass das Gesamte und nicht nur ein Ausschnitt davon erkennbar wird. Das gesamte Abbild meiner individuellen Wahrnehmung, die stets wandelbar bleibt.

> Bewusstheit >

Im Zuge meiner Überlegungen wächst die Bereitschaft in mir zu erkennen, dass meine zunächst geglaubte Wirklichkeit auch anders konstruiert werden kann.

Das affektiv entworfene Gebilde ist nicht in Stein gemeißelt oder ein perfekt arrangiertes Gemälde, das unantastbar ist. Wenn ich offen und neugierig bleibe, werde ich mich ermutigt und angeregt an Experimente wagen, die Wertvolles entstehen lassen können.

Je häufiger ich das Wagnis der Bildumgestaltung eingehe, …

… desto bewusster wird mir die Wandelbarkeit der Wahrheit. Die dadurch zum Vorschein kommenden Perspektiven erweitern meine Denkweisen und Handlungsmöglichkeiten, um meine Wirklichkeit lebendig und wohlwollend zu prägen.

> Entwicklung >

Diese Entwicklung ist ein fortandauernder Prozess.

Ich werde bestimmte Skizzen und Kunstdrucke, die in meiner Gehirn-Galerie ihren Platz haben, nicht einfach abhängen können. Gleichzeitig darf ich diese zunächst betrachten und bestenfalls ein neugeschaffenes Werk als eine ergänzende Alternative dazu hängen.

Damit ermögliche ich mir, unterschiedliche Optionen im Blick zu behalten.

Viel Freude beim betrachten deiner Wirklichkeiten!

Markus

| Bleibe neugierig, um zu entdecken!

| Sei offen für Entdeckungen, um dir der Vielfalt der Möglichkeiten bewusst zu werden, die deine Entwicklung bereichern können!

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N°1 | Stille

Rubrik | N > E > B > E

Eines Tages betrat ich einen kleinen Buchladen, in dem ich mich Ziel frei umschaute. Meine Aufmerksamkeit erregten zwei Bücher, die nicht auf Bestseller-Listen auftraten und unscheinbar wirkten. Spontan kaufte ich diese, wobei eins von denen unterschiedliche Perspektiven der Stille beleuchtete. Das interessierte Lesen der kurzen Kapitel weckte meine Neugier.

> Neugierde >

Seitdem stelle ich mir diesbezüglich öfters die Fragen:

| Was verbinde ich mit Stille?

| Was bedeutet sie für mich?

| Wie fühlt sie sich für mich an?

| Wo finde ich sie?

| Wann sollte ich nach ihr suchen?

Durch das Buch angeregte Gedanken sowie die Suche nach meinen persönlichen Antworten motivieren mich immer wieder auf Entdeckungstour zu gehen.

> Entdeckung >

Mir fällt auf, dass es für gewöhnlich zwei vereinfachte Sichtweisen gibt, mit denen wir uns diesem Thema nähern.

Je nach…

… Situation, Stimmung und Überzeugung wird die Betrachtung in dunkle Töne eingefärbt. Somit erscheint uns das Bild eher negativ, befremdlich oder gar bedrohlich. Dann assoziieren wir mit Stille eher:

Stillstand | Unbehagen | Unsicherheit | weg-haben-wollen | oder auch Angst.

Vielleicht liegt es an den Lauten, die wir aus unserem Innern vernehmen. Oder wir ängstigen uns vor dem Entzug der Bewegung und Ablenkung, die uns oft eine vermeintliche Sicherheit suggerieren, da das Ausblenden leichter fällt. Dies gibt uns das Gefühl sich spüren zu können durch äußere Reize und Einflüsse. Womöglich ist uns Stille einfach nur fremd geworden, durch:

den schnellen Alltag | die Gier nach dem „Mehr“ oder dem „Besser“ | die ständige Verfügbarkeit von Ablenkung | das Getriebensein | die Lautstärke all der Möglichkeiten | das Gefühl Nichts-verpassen-zu-dürfen | das Fehlen von etwas, von dem wir nicht wissen, was es ist oder sein könnte.

Die hellen Farben dagegen…

… haben das Potenzial uns positiv, wohlig und gut aufgehoben zu fühlen. Dann verbinden wir mit dem abstrakten Aquarell eher:

Ruhe | Angenommensein | Getragenwerden | Gehaltensein | Sicherheit | Verbundenheit mit sich oder mit etwas „Großem“ | sich spüren können und wollen | etwas annehmen wollen.

Dabei ist entscheidend, dass wir all die Aspekte der persönlichen Vorstellung sehen und sammeln – unabhängig von deren Färbung. Sie alle gehören zu unserer Sicht, was sie sehr wohl dürfen, um unsere individuelle Vielfalt zu erweitern.

Es ist wichtig neben dem Bunten auch die Grautöne als einzelne Teile des gesamten Bildes zu erkennen, sowie mutiger hinter die erste Wahrnehmung zu blicken, die uns zunächst offensichtlich erscheint.

Die unterdessen gesammelten Entdeckungen bilden die Basis für die Bewusstwerdung dessen, was die unterschiedlichen Betrachtungsweisen bei und in uns bewirken.

> Bewusstheit >

Ich stelle fest, dass mein Aquarell der Stille in vielen sanften Färbungen erscheint.

Ihre wechselnden Antlitze lassen mich des Öfteren über ihre Wertigkeit staunen. Was ich persönlich mit ihr verbinde und welche Bedeutung sie für mich hat, möchte ich beschreiben als:

Raum für mich & den Augenblick | Losgelöstheit von Zeit & Zwängen | Fokussierung auf Einzelheiten meiner Umgebung, sowie der momentanen körperlichen & sinnlichen Wahrnehmung | Durchatmen & Loslassen | Wertschätzung ihrer Präsenz | Annahme dessen, was gerade ist | Gelassenheit & Genuss | Freude | Spüren meines Urvertrauens.

In diesen besonderen Momenten nehmen meine Sinne eine gewisse Klarheit wahr, die sich sonst hinter einem Filter verbirgt. Jene Augenblicke ermöglichen mir – mich zu spüren, klarer zu sehen, in mich hineinzuhören, sowie meinen Ideen und Impulsen nachzusinnen.

Dann wird mir bewusst, wie …

… lebendig sich meine Umwelten anfühlen | aufmerksam ich meinem Inneren zuhören kann | belanglos oder verzichtbar manches ist | sich meine Priorisierung verändert | kreativ ich in ihr sein kann und darf | nützlich und wertvoll das Innehalten ist | belebend eine lautlose Reflektion sein kann | viele Ressourcen ich in mir berge | stark ich mich entfalten kann

…, wenn ich es erkenne und wertschätze.

> Entwicklung >

Ich bin mehr, als die Fassade, die meinen Kern umhüllt und zu schützen versucht – obwohl keine reale Gefahr von außen droht.

Ich lasse mich gerne auf die innere oder äußere Stille ein, um mit mir in Verbindung zu kommen, sowie meinen Fragen und Antworten Raum zu geben.

Ich schätze die Kraft, die sie innehat und mich bei meiner Entfaltung unterstützt.

Ich bin selbstbewusst und handlungsfähig, wenn ich klarer sehe.

Ich nutze diese Quelle, die mich auf meinem Weg nähren darf.

Viel Freude beim Entdecken!

Markus

| Bleibe neugierig, um zu entdecken!

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Vorwort zur neuen Rubrik

Rubrik | N > E > B > E

In dieser neuen Rubrik werde ich reflektierend auf Fragen eingehen, die mich zum jeweiligen Zeitpunkt gedanklich oder emotional beschäftigen. Ich betrachte es als ein Experiment, dessen Ausgang oder Ausklang unbestimmt ist und offenbleiben darf.

Meine Beobachtungen und deren Vielschichtigkeit dürfen mich persönlich dabei unterstützen, andere/neue Perspektiven einzunehmen.

Beim Schreiben werde ich mich mit den auftauchenden Themen auseinandersetzen, in der Hoffnung Entdeckungen machen zu dürfen, auf die ich ohne meine Neugierde womöglich verzichten müsste.

Als unterstützendes Instrument für meine „interne“ Auseinandersetzungen werde ich auf die vier Leitbegriffe zurückgreifen, die ich auf meiner Seite „www.auf-dem-weg.koeln“ skizziere:

Neugierde > Entdeckung > Bewusstheit > Entwicklung

Diese Orientierungshilfe soll mich dabei unterstützen, die schrittweise Reflektion anschaulich und begreifbar vornehmen zu können – für mich & für meine Leser.

Ich freue mich auf mögliche Entdeckungen sowie eine neuartige Bewusstheit, durch die ich meine Wahrnehmung schärfen und Klarheit erlangen kann.

Da mir das Anregen und Bewegen am Herzen liegt, möchte ich durch meine Beiträge den einen oder anderen Impuls geben, der dich oder andere Leser animiert.

Wir begegnen auf unseren individuellen Wegen nicht nur zahlreichen Menschen, sondern auch unendlich vielen Wirklichkeiten und Wahrheiten. Diese dürfen wir als ähnlich oder auch konträr bezeichnen – gleichzeitig als einzigartig annehmen.

Wenn wir die neutrale Sichtweise wählen, werden uns neue Farbnuancen zur Verfügung stehen, mit denen wir dann weitermalen und gestalten können. Welche alternativen Bilder dabei entstehen mögen, wird sich im Entwicklungsprozess zeigen.

Ich wünsche dir und mir gleichermaßen viel Freude auf den Entdeckungstouren, beim differenzierten Beobachten sowie beim nuancierten „Malen“ persönlicher Bilder.

Bleibe neugierig!

Markus

N°5 | Wahrnehmung

Beitrags-Serie | Corona-Juwel

Das Leben hat sich verändert – das stimmt.

Dasselbe Leben hätte sich auch ohne die Ereignisse der letzten Monate verändert – es wäre uns womöglich erst zeitverzögert oder auch gar nicht aufgefallen.

Entscheidend bei diesen Veränderungen sind jedoch die unterschiedlichsten Emotionen, die scheinbar geballt aufeinanderprallten. Wir wurden von einer Welle dieser überrollt und fühlten uns zeitweise handlungsunfähig.

| Welche Gemütsbewegungen waren oder sind es, die ich für mich benennen kann?

Diese Frage darf sich jeder von uns selbst stellen sowie ihrer Antwort nachfühlen. Mit sich in Verbindung kommen. Diese Emotionen annehmen, wie sie sind – damit er/sie sagen kann:

„Es ist in Ordnung, wie ich gerade fühle!“

Natürlich wird sich dieser Satz ungewohnt oder fremd anfühlen, wenn wir ihn in einen Kontext setzten, in dem es uns bisher vergönnt war so empfinden zu können oder gar zu dürfen.

Auch die bisherigen Denkweisen dürfen wir annehmen, da sie zu unserer Geschichte dazugehören. Gleichzeitig haben wir an jedem neuen Tag die Möglichkeit, unsere störenden Muster in Frage zu stellen, um Hindernissen auf dem Weg wohlgesonnen zu begegnen. Wer weiß, ob wir diese als solche immer noch wahrnehmen werden, nachdem wir sie hinterfragt haben.

| Wer oder was hindert uns daran, einen Widerstand als einen Hinweis zu betrachten?

Wir selbst sind es! Niemand sonst kann uns daran hindern, uns selbst Fragen zu stellen und zu reflektieren. Jeder Mensch ist in dieser Hinsicht frei und darf diese Freiheit jederzeit auskosten. Ob wir davon Gebrauch machen oder nicht, liegt nicht an unserer „Umwelt“.

Veränderungen

… sind die beständigsten Konstanten in unseren Leben, die wir gewiss unterschiedlich bewerten und einschätzen. Auch das dürfen wir nach Belieben tun. Dabei ist es sinnvoll nach der Angemessenheit unserer Gedanken zu schauen, die uns entweder zur Aktivität oder Passivität verleiten.

Zugegebenermaßen sind Bewertungen sinnvoll und wichtig. Sie vereinfachen unser Leben, da wir durch sie schneller Entscheidungen treffen und scheinbar Unwichtiges ausblenden können. Dennoch kann es hilfreich und bereichernd sein, diesem Impuls zu widerstehen, um veränderte Sichtweisen sowie neue Entwicklungen zuzulassen.

| Wie habe ich gedacht und empfunden als das „Geschehen“ plötzlich vor der eigenen Haustür stattfand?

| Wie denke und empfinde ich jetzt?

In ein paar Wochen hat sich „Die Veränderung“ auch wieder einige Male gewandelt. Die große Unbekannte wurde hinreichend beleuchtet, was stetig zu mehr Klarheit beitrug. Wir erlangten schrittweise die Handlungsfähigkeit zurück – auch wenn im eingeschränkten Rahmen. Diese Bewusstheit lässt uns bis dato besonnener umgehen mit:

| den neuen Gegebenheiten | dem veränderten Alltag | der Übernahme von Verantwortung für uns und andere | den notwendigen Einschränkungen | dem „nicht in der Hand haben“ | sowie mit unseren Emotionen.

Ja, es ist nicht alles rosa! Das war es nie und wird es niemals sein, wenn wir es global betrachten. Der Weitblick eröffnet uns unzählige Perspektiven, löst das Schwarz-Weiß-Denken auf und erlaubt eine angemessene Relativierung.

Eine differenzierte Wahrnehmung…

… wird somit durch eine wertfreie Beobachtung unterstützt. Wir selbst sind für unsere Gefühle und Gedanken verantwortlich, sodass es an uns liegt, wie wir sie wahrnehmen.

Je häufiger es uns gelingt in unseren persönlichen „Alarm-Situationen“ den Fokus auf die Momentaufnahme zu lenken und diese als „ein Bild“ zu betrachten, desto wahrscheinlicher wird die Veränderung im Umgang mit ihnen.

Entscheidend für den Schritt des Hinschauens auf die eigenen Gefühle und die dahinterliegenden Bedürfnisse ist die Verbindung zu sich selbst. Sie ermöglicht Entdeckungen. Sie macht uns zu Sehenden, die sich und andere als eigenständige selbstverantwortliche Individuen wertschätzen.

Ich durfte viele Erfahrungen und Veränderungen mit und in mir wahrnehmen in den letzten zwei Jahren. Gleichzeitig darf ich meine „Umwelt“ heute mit anderen Augen entdecken, was sehr bereichernd ist.

Ja, ich fühle mich privilegiert in vielerlei Hinsicht, wenn ich meine eigene Situation und mein eigenes Leben betrachte. Eins der wertvollsten Privilegien das ich sehr zu schätzen gelernt habe, ist die Möglichkeit

| meine Gedanken denken,

| meine Gefühle fühlen

  sowie

| mein Leben leben

zu dürfen.

Mit dieser Seite des unvollständigen Juwels möchte ich die Beitrags-Serie abschließen und hoffe dir den einen oder anderen Impuls gegeben zu haben. Vielleicht hat dich ein bestimmter Beitrag besonders angesprochen oder angeregt.

Ich bin dankbar & bleibe neugierig

Markus

PS: Es interessiert mich, was du in Zusammenhang mit dem jeweiligen Beitrag oder Gedanken verbindest. Dein Feedback ist wertvoll für mich, somit bitte ich dich um einen Kommentar unter dem Beitrag, den du als „deinen“ siehst. Lass mich an deinen Gedanken teilhaben.

N°4 | Distanzierte Nähe

Beitrags-Serie | Corona-Juwel

Zu einem der häufigsten Ausdrücke dieser Zeit zählt „Abstand halten“.

Viele Menschen haben es verinnerlicht und kommen den Appellen meistens nach – aus Selbst- und Fremdschutz sowie Solidarität. Einige Artgenossen legen zugleich ein scheinbar reaktantes Verhalten an den Tag. Wahrscheinlich geleitet vom Gefühl sich einen Teil der geraubten Freiheit bewahren oder wiedererlangen zu müssen.

Einerseits würden mich die Gründe dafür interessieren, andererseits wird es natürlich ein unrealistischer Wunsch bleiben, da ich nie mit all den Antworten konfrontiert werde. Für die Betrachtung der nächsten Seite des unfertigen Juwels ist das Wissen um die Gründe unerheblich, sodass ich mich gerne wieder meiner Wahrnehmung zuwende.

Fehlen der Nähe oder fehlende Distanz?

Was an der physischen Nähe lässt uns diese vermissen? Auf diese Frage wird es unzählige Antworten geben. Meine Überlegungen beziehen lediglich einige wenige Bedürfnisse mit ein, die in diesem Zustand unerfüllt bleiben können:

| greifbare Gemeinschaft | erkennbares Mitgefühl | direkt spürbare Verbindung | Verständigung, Kommunikation & Austausch von Angesicht zu Angesicht | gespiegelte Menschlichkeit | Schutz, Sicherheit & Geborgenheit | Zärtlichkeit & Sexualität | Spaß, Freude & Intensität

Die meisten Menschen streben die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft an, da diese ihnen Schutz & Sicherheit, Verbundenheit & Orientierung, sowie Struktur & Stabilität vermittelt. Das Paradoxe an der gegenwärtigen Situation ist jedoch, dass dieselbe Gemeinschaft durch Abstand und Isolation mehr Schutz und Sicherheit für viele gewährleisten kann. Verzicht und Abstand werden zur neuen Orientierung, die veränderte Strukturierungen im Kleinen und im Großen erfordert, um Stabilität sicherstellen zu können.

Mir fällt immer häufiger auf, dass ein gewisser Abstand im Alltag sich sehr angenehm anfühlen kann. Es bedeutet nicht nur Verzicht auf Nähe oder gar soziale Abschottung – Nein.

Distanz bedeutet Respekt.

Es gäbe Bereiche des Zusammenlebens in einer Gesellschaft, in denen ich es begrüßen würde, wenn wenigstens Teile der neuerlernten Regeln beibehalten würden. An dieser Stelle darf jeder seine eigenen Prioritäten setzen.

Fehlende Distanz oder auch Respektlosigkeit beziehen sich nicht ausschließlich auf die körperlichen Aspekte des jeweiligen Verhaltens, sondern auch auf die verbalen, also sprachlichen und inhaltlichen.

| Die Sprache bietet uns so viele Ausdrucksformen, es liegt nicht an ihr selbst diese zu nutzen – es sollte unser Anliegen sein, aus ihr zu schöpfen!

Die Verantwortung für das eigene Verhalten können wir nicht an andere abgeben. Es ist unerheblich in welchem Medium wir kommunizieren, entscheidend ist das Wie. Die gegebene Möglichkeit der Anonymität sollte kein Katalysator sein für:

| Wut | Zorn | Bosheit | Unsicherheit | Verzweiflung | Passivität | Frust | sowie verwandte Gefühlszustände

Ich frage mich, ob es bloß die Einschränkungen der sozialen Direktkontakte und der Aktivitätsmöglichkeiten sind, die zu manchen Widerständen in uns und gleichzeitig zum Auflehnen gegen eine „verordnete“ Distanz führen. Es beschleicht mich noch ein anderer Gedanke in diesem Zusammenhang.

Distanzierte Nähe…

… klingt zunächst abwegig und scheint einen Widerspruch auszudrücken. Einerseits streben wir nach Nähe durch Zugehörigkeit und Gleichheit, andererseits sehnen wir uns nach einer gewissen Distanz durch Autonomie und Individualität.

Durch den angeordneten Rückzug aus der bisherigen Selbstverständlichkeit hat sich der Abstand zu unserem engsten Umfeld drastisch verringert. Die gemeinsame Zeit in den eigenen „vier Wänden“ hat sich potenziert. Noch entscheidender ist die wiedererlangte Nähe zu sich selbst, was für manche Menschen ungewohnt, fremd oder gar schwer auszuhalten sein kann.

Mit Hilfe von unterschiedlichsten Ablenkungsmöglichkeiten und selbsteingebauten „Abstandhaltern“ wurden wir zu Meistern der verdrängten Bewusstheit unseres Selbst:

| Was ist mir wirklich wichtig? | Was macht mich aus? | Was brauche ich um zufrieden zu sein? | Was kann ich selbst zur Veränderung beitragen? | Wie und wann schätze ich den Wert meiner Fähigkeiten und dessen, was ich bereits habe? | Wie fühle ich? | Was würde mir helfen meine Verbindung zu mir selbst zu stärken?

Diese Auflistung können wir beliebig ausweiten, um die hemmenden Hindernisse und aufgebauten Barrieren auf dem Weg erkennen und schrittweise abbauen zu können. Das Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz können wir individuell beeinflussen und dafür selbstverantwortlich Sorge tragen, dass wir die uns zur Verfügung stehende Zeit nutzen.

Neugierde -> Entdeckung -> Bewusstheit -> Entwicklung

Wenn wir neugierig auf uns und auf andere bleiben, bekommen wir die Chance Neues zu entdecken. Die erlangte Bewusstheit über wertvolle Alternativen bereitet den Weg für die persönliche Entwicklung, die uns schließlich neugierig macht auf weitere Schritte.

Es ist nicht egoistisch zunächst genauer auf sich selbst zu schauen, bevor wir den Blick auf andere richten. Im Gegenteil, die eigene Klarheit erweitert die Möglichkeiten des Miteinanders. Durch das Wissen um die eigene Verantwortung wird Veränderung in einer Gemeinschaft denkbar.

Ich bin überzeugt, dass jeder den Glanz dieser Facette seines persönlichen Edelsteins beeinflussen kann. Wenn wir bereit sind darauf hinzuarbeiten, im ersten Schritt die Entfernung zu uns selbst zu verringern, um wieder in Verbindung zu kommen und des Öfteren zu bleiben.

Ich bleibe zuversichtlich

Markus

N°3 | Wertschätzung

Beitrags-Serie | Corona-Juwel

Eingetrübt scheint der blaue Himmel der vergangenen Tage, ebenso wie die zarten Farben des Frühlings, der allgegenwärtig Leben verströmt. Sind das Gedanken oder Empfindungen?

Nur wenig ist noch erlaubt, dafür vieles untersagt – zum Wohle der Allgemeinheit. Gehöre ich zur Allgemeinheit oder zu den Geknechteten?

| Darf ich tatsächlich so wenig, dass es mein Wohlergehen beeinflusst?

Diese Frage kann und darf nicht pauschal beantwortet werden, da jeder lediglich über sein persönliches Empfinden berichten kann. Als Beobachter können wir sinnieren und mutmaßen.

Bevor wir uns der Verlockung hingeben, auf einen der „Meinungs-Schnellzüge“ aufzuspringen, dürfen wir einen Moment innehalten – uns Zeit nehmen dieser Frage nachzugehen.

Jeder für sich, in sich.

Falls die vermeintliche Ungeduld uns die Zeit als verschwendet erscheinen lässt – keine Sorge! Der nächste „Meinungszug“ kommt gewiss, auf den wir aufspringen können, um die fremde Wahrnehmung über die eigene zu stellen.

Da eine Fahrt ins Ungewisse oft mit unangenehmen Gefühlen von Unsicherheit, Furcht und Pessimismus verbunden ist, entscheide ich mich gegen das Aufspringen.

Ich bevorzuge Offenheit und Reflektion als Werkzeuge meiner Neugierde, die zur Entdeckung meiner persönlichen „Wahrheit“ führt. Dabei wird mir bewusst, dass ich trotz der gegebenen Umstände glücklich und zufrieden bin. Das mag an der nicht verlorenen Zuversicht liegen oder an der eigenen Situation, die ich den unzähligen anderen Wirklichkeiten gegenüberstelle:

Erdrückende Einsamkeit | organisatorische Überforderung | verständliche Existenzangst | unmögliches Abschiednehmen | spürbare Verzweiflung | kollektive Hilflosigkeit | lähmende Ohnmacht | Wahl zwischen „Pest und Cholera“, die keine ist | …

Diese unvollständige Auswahl an Zuständen, die bis in die entlegensten Winkel der Erde derzeit vorherrschen, entspricht jenen unzähligen Wirklichkeiten meiner persönlichen Gegenüberstellung.

Beim Schreiben wird mir derweil bewusst, dass diese tatsächlich gelebten Realitäten nicht ausschließlich mit der aktuellen Zeit in Verbindung stehen. Nein!

Es ist das Leben…

… jedes einzelnen Menschen, das so oder so verlaufen kann. Teils scheint es vorbestimmt, teils heraufbeschworen und teils gar selbst erkoren. Im Grunde ist es unerheblich – es sind seit Urzeiten gelebte Emotionen und erlebte Wirklichkeiten.

Meinem Motto entsprechend, entwickle ich aus dieser Perspektive heraus eine tiefe Wertschätzung dessen, was ich habe, was ich lebe, was ich darf.

Erst durch die Existenz des Kontrastes, des Gegensatzes, des Gegengewichts wird Balance oder Gleichgewicht möglich.

Somit liegt es an mir und meiner Wahrnehmung, wie schätzend ich mit dem Wert meiner Selbst sowie meiner persönlichen „Wahrheit“ umgehe.

Eine helle Seite, die beim heutigen Behauen des Brockens zum Vorschein kam. Das Schleifen und das Polieren werden die Intensität des Funkelns erst zu Tage fördern.

Ich bin dankbar.

Markus

PS: Was darfst du?

N°2 | Kontrolle

Beitrags-Serie | Corona-Juwel

Es fiel mir zunächst nicht leicht, mich für die erste Facette des teils behauenen Steins zu entscheiden. Schließlich folgte ich einem Impuls, wie so oft in meinem Leben.

Zunächst möchte ich den Blick auf die schattige oder dunkel gefärbte Fläche richten, die zu den größeren ihrer Art gehört.

„Es nicht in der Hand haben.“

Dieses Gefühl ist den meisten nicht fremd und löst wahrscheinlich Unbehagen aus. Dennoch gehört der Kontrollverlust seit ein paar Wochen zum Alltag vieler Menschen in unserem Umfeld, unserem Land, weltweit.

Die Erkenntnis, nicht alles selbst kontrollieren zu können, bedeutet einerseits Ungewissheit und Unsicherheit, andererseits kann Erleichterung entstehen, wenn der Kontrolldruck von kollektiven Schultern mitgetragen wird.

| Fühlt es sich leichter an, wenn wir unser „Schicksal“ mit Abermillionen teilen und uns dadurch verbunden fühlen?

Meiner Meinung nach, ja. Allerdings hängt es von der persönlichen Einstellung und den äußeren Gegebenheiten ab, was wir in einer Ausnahmesituation sehen wollen oder müssen, wenn die Angst und Verzweiflung in uns die Oberhand gewinnen. Es macht einen Unterschied, ob es uns möglich ist im „Wir“ zu denken und mitzufühlen, oder ob wir uns vorrangig dem „Ich“ widmen. Zunächst verfallen wir meist in die abgespeicherten Automatismen, die Alarm schlagen und uns gerne glauben lassen, es ginge ums nackte Überleben. Geht es in den herausfordernden Situationen wirklich immer darum zu überleben?

Ist es wahr? | Was ist wahr? | Welche Wahrheit ist richtig?

| Ist es die gedachte, die gefühlte oder die gewünschte Wahrheit, die das Prädikat „richtig oder wahr“ verdient?

Schwieriger wird die Beantwortung dieser scheinbar banalen Fragen, wenn uns bewusst wird, dass es nicht „die Wahrheit“ gibt. Die unterschiedlichsten Einflussfaktoren tragen zur Entstehung der eigenen Wirklichkeit bei, sodass jeder von uns eine andere Vorstellung davon in sich trägt. Manche Sätze der vergangenen Tage und Wochen kommen uns bekannt vor:

„Ich glaube nicht, dass es so schlimm ist oder wird, wie es aus allen Kanälen hinausposaunt!“ – um mir selbst Sicherheit zu suggerieren.

„Ich werde mich mit allem eindecken, was ich zum Überleben brauchen werde!“ – ohne den Zeitraum zu kennen.

„Aber ich muss doch etwas tun um dem Unvermeidlichen entrinnen zu können!“ – um Handlungsfähigkeit und Kontrolle behalten zu können.

„Ich will selbst entscheiden!“ – um mich nicht ausgeliefert fühlen zu müssen.

„Ich bin schließlich auch ein Teil der Gesellschaft und genau so wichtig, wie jede/r andere/r auch!“

Dem letzten Satz kann ich an dieser Stelle gerne zustimmen. „Kollektiv“ bedeutet nicht ohne Grund:

miteinander | untereinander | vereinigt | gegenseitig | vereint | gemeinschaftlich.

Das Dunkle am Kontrollverlust sind die wahrscheinlichen Störungen in der Verbindung zu unserer Ratio, die für vernünftige Gedanken sowie situationsangemessene Verhaltensweisen verantwortlich ist. Unsere Emotionen und Wahrnehmungen aktivieren den Obacht-Modus, sodass wir allzeit bereit sind für den Überlebenskampf – ICH muss!

Sich dessen bewusst zu sein, …

…, nicht alles kontrollieren zu können oder zu müssen, bringt für mich persönlich eine spürbare Entlastung mit sich. Es wird immer wieder Situationen oder Gegebenheiten geben, deren Beeinflussung nicht „in unserer Hand“ liegen wird. Dann werden wir uns wieder entscheiden dürfen, zwischen einem irrational getriebenen Agieren und der besonnenen Fähigkeit nach alternativen Lösungen zu suchen, ohne vorschnell auszubrennen. Diese Möglichkeit führt zu einem Gefühl einer tatsächlichen Handlungsfähigkeit, gleichzeitig zum gestärkten Vertrauen – in uns selbst, in andere Menschen und in die Gesellschaft.

Das Leben nimmt gewiss auch dann seinen Lauf, wenn diese Bewusstheit einkehrt und wir dem Drang nach Kontrolle widerstehen. Womöglich lebt es sich dann auch in solchen herausfordernden und ungewissen Phasen des Lebens ein Stück weit gelassener, besonnener und bewusster. Es kostet nicht viel, es auf einen Versuch ankommen zu lassen – lediglich etwas Mut mit einer Prise Neugierde.

Die Farbzuschreibung der soeben beleuchteten Seite des entstehenden Juwels liegt beim jeweiligen Betrachter, ebenso wie der Fokus, den er auf dessen Schattierungen richtet.

Ich freue mich auf weitere Entdeckungen.

Markus

N°1 | Dicker Brocken

Beitrags-Serie | Corona-Juwel

Bereits vorletzte Woche dachte ich:

„Da ist uns ein dicker Brocken vor die Füße geknallt.“

Jeden Tag wuchs das Bild dieses Gebildes in meinem Kopf – wurde größer, bedrohlicher und atemraubender. Nach einer „internen Prüfung“ meiner Handlungsoptionen hinsichtlich einer Umkehrung des Gegebenen, wurde mir klar: „Du hast jetzt vorerst zwei Möglichkeiten zu denken und demnach zu handeln.“

Die Option des Fatalismus war für mich zügig vom Tisch, auch wenn es zunächst verlockend erschien, mich auf diese einzulassen und zu treiben, auf dem Meer aus:

Nachrichtenflut | faktischen und ungewissen Szenarien | instinktivem Verhalten in Teilen der Gesellschaft | sowie trüben Gedanken.

Schließlich entschied ich mich, meinem Motto treu zu bleiben und meiner Neugierde zu folgen. Meine Beobachtungen haben dem Verhalten gegolten, das sich dynamisch veränderte – dem der Mitmenschen, dem der Entscheidungsträger ebenso wie dem eigenem.

Ein Geflecht aus angemessenem Realismus, gesunder Anteilnahme sowie Empathie und Selbstempathie hilft mir nun beim Sieben der Informationen, Emotionen und Gedanken. Dieser Filter unterstützt mich dabei klarer zu sehen, mich situationsentsprechend zu verhalten und darüber hinaus mich auch an der Lebendigkeit um mich herum zu erfreuen.

Ich gebe zu, zeitweilig beschlich mich ein Gefühl des Schams. Ich hinterfragte meine Freude, meine unangebrachte Gelassenheit und meine Huldigung des Schönen.

„Halt! Das stimmt nicht.“, ertönte in mir.

„Ich darf das Leben, die Schönheit und die Natur feiern – ohne die Ernsthaftigkeit zu verkennen.

Ich darf Gelassenheit fühlen – ohne Naivität und Respektlosigkeit.

Ich darf nach dem Schönen suchen und es wertschätzen – ohne die Ängste, das Leid und die Hilflosigkeit zu übergehen oder gar zu ignorieren.“

Diese Bewusstheit ließ die gefühlte Schwere schrittweise weichen. Die Akzeptanz dessen, was ist, sowie die Offenheit dem gegenüber, was kommt, ermöglichen mir besonnen nach vorn zu schauen.

Während der turbulenten Zeit stelle ich mir oft die Fragen:

| Wie kann ich es aus einer anderen Perspektive betrachten?

| Welche alternativen Bilder kann ich schaffen um neugierig zu bleiben?

| Was erkenne ich persönlich als positiv und lebendig in all dem Umbruch, der Unsicherheit und der Surrealität?

Vor meinem geistigen Auge entstand recht früh ein Bild, bei dem ich mich selbst gefragt habe, ob es womöglich widersprüchlich oder gar verwerflich sei. Im ersten Moment mag es provokativ oder unangebracht erscheinen – das stimmt, wenn ich oberflächlich auf diesen Begriff schauen würde.

Das „Corona-Juwel“ assoziiere ich persönlich mit den zahlreichen Facetten und unterschiedlichen Farbnuancen, der momentanen Herausforderungen sowie der Veränderungen, die erhebliche Folgen bis weit in unsere Zukunft haben können | haben werden | haben müssen. Die Betrachtung der jeweiligen Seiten sowie deren Bedeutungszuschreibungen sind individuell – wie die Einzigartigkeit jedes einzelnen Betrachters.

Nachfolgend werde ich lediglich die Interpretationen meiner Vorstellungen erörtern oder als Bilder anbieten, deren Hinterfragung nicht nur möglich, sondern auch erwünscht ist. Jeder darf und soll sich selbst seine Sicht der Dinge, seine persönliche Meinung und seine jetzige Perspektive vor Augen führen.

Ich bin davon überzeugt, dass ein Perspektivenwechsel neue Impulse und Veränderungen ermöglichen kann, durch:

alternative An- und Aussichten | inspirierende Vorstellungen | ausgelöste Emotionen oder motivierende Bestätigung der eigenen Wahrnehmung.

24/7 * X

Schicht für Schicht tragen wir Teile der steinernen Außenhülle ab. Weltweite Analysen und Vergleiche helfen uns zu verstehen, ein Stück Kontrolle wiederzuerlangen und Sicherheit zu träumen.

Dabei entdecken wir alle denkbaren Schattierungen der Farbe im Innern des Steins, der ebenso ein Meteorit sein könnte und aus dem dunklen Nichts kommend in unser aller Leben knallte.

Welche Farbe wünschte ich mir zu sehen, wenn ich hineinschauen könnte?

Manch eine Flanke der rauen schwarzen Oberfläche ist frei gelegt und schimmert hell. Andere Stellen lassen eine tiefe Färbung erahnen ohne sie benennen zu können. Vieles ist vage, manches schemenhaft und anderes wiederum vollkommen unklar. Eine Handvoll hell funkelnder Stellen gibt Hoffnung, gleichzeitig bleibt der Wert dessen ungewiss, was irgendwann fortbestehen wird.

Die einzelnen Facetten werden wir in deren Form nur bedingt beeinflussen können. Ihre Brillanz jedoch wird von unseren Fähigkeiten, unseren Anstrengungen, unserem Willen, unserer Beharrlichkeit und der Energie definiert, die wir als Gesellschaften aufbringen werden um diesen „Brocken“ in Zukunft als etwas anderes wahrnehmen zu können.

Vielleicht bleibt es ein unheimlich schwerer Brocken oder ein in Form gehauener Stein.

Was hält uns jedoch davon ab, es zu einem richtungsweisenden Schmuckstück zu machen?

Dieses Juwel könnten wir abschließend in die von unserem Haupt genommene „Krone der Schöpfung“ integrieren, um uns seiner Wertigkeit stets zu entsinnen.

Ich begebe mich auf die Suche nach den Facetten und bleibe neugierig.

Markus